
In einer Welt, die von Spaltung und Konflikten geprägt ist, sehnen sich viele Menschen nach einer Botschaft der Hoffnung und Einheit. Genau hier setzt die Bahá’í-Religion an, eine der jüngsten unabhängigen Weltreligionen, deren zentrale Lehre die Einheit der Menschheit ist. Obwohl sie erst im 19. Jahrhundert entstand, hat sie sich inzwischen weltweit verbreitet und inspiriert Millionen von Menschen dazu, Vorurteile abzubauen und an der Schaffung einer friedlichen und gerechten Welt mitzuwirken.
Dieser Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Einblick in den Bahá’í-Glauben, seine Ursprünge und die zentralen Gestalten dieser faszinierenden Religion, seine Kernprinzipien wie die Einheit der Religionen und die Gleichwertigkeit der Geschlechter, und wie diese Lehren im Alltag der Gläubigen gelebt werden. Begleiten Sie uns auf einer Entdeckungsreise zu einem Glauben, der eine Vision für eine geeinte Weltgemeinschaft entwirft.
Was ist die Bahá’í-Religion? Eine Einführung in den Bahá’í-Glauben
Der Bahá’í-Glaube ist eine monotheistische, eigenständige Weltreligion, die Mitte des 19. Jahrhunderts in Persien (dem heutigen Iran) ihren Ursprung hat. Sie zeichnet sich durch ihre globale Perspektive und ihren Fokus auf sozialen Fortschritt aus. Im Kern des Glaubens steht die Überzeugung, dass die gesamte Menschheit eine einzige Familie ist und die Zeit gekommen ist, sich in einer friedlichen und gerechten globalen Gesellschaft zu vereinen.
Der Stifter der Bahá‘í-Religion ist Bahá’u’lláh (1817–1892), ein persischer Adliger, dessen arabisch-persischer Name »Herrlichkeit Gottes« bedeutet. Bahá’í erkennen in Ihm, den jüngsten in einer Reihe göttlichen Gesandter, zu denen unter anderem Abraham, Moses, Krishna, Zoroaster, Buddha, Christus und Muhammad gehören. Bahá’u’lláhs Schriften bilden die Grundlage der Bahá’í-Lehre und bieten einen Rahmen für die spirituelle und soziale Erneuerung der Menschheit.
Die Kernprinzipien des Bahá’í-Glaubens: Einheit als Fundament
Von diesen drei grundlegenden Prinzipien leiten sich weitere wichtige ab, die den Weg zu einer globalen Zivilisation ebnen sollen:
Heute zählt die weltweite Bahá’í-Gemeinde über acht Millionen Mitglieder aus allen ethnischen, nationalen und sozialen Schichten in mehr als 200 Ländern und Territorien. Diese Vielfalt wird nicht nur akzeptiert, sondern als Stärke und Beweis für die universelle Anziehungskraft der Lehre von der Einheit gefeiert. Der Bahá’í-Glaube ist keine Sekte des Islam, sondern eine unabhängige Religion mit eigenen heiligen Schriften, Gesetzen und einer einzigartigen administrativen Ordnung – ohne Klerus.
Bahá’í – Bedeutung im Alltag: Leben nach den Prinzipien
Das Gemeinschaftsleben spielt eine zentrale Rolle. Bahá’í haben keinen Klerus; stattdessen werden die Angelegenheiten der Gemeinde durch demokratisch gewählte Gremien, die „Geistigen Räte“, auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene verwaltet. Ein Herzstück des Gemeindelebens ist das „19-Tage-Fest“, eine regelmäßige Zusammenkunft, die aus drei Teilen besteht: einem andächtigen Teil mit Gebeten und Lesungen aus den heiligen Schriften, einem beratenden Teil, in dem die Gemeinde ihre Angelegenheiten bespricht, und einem geselligen Teil zur Stärkung der freundschaftlichen Bande. Darüber hinaus organisieren Bahá’í-Gemeinden weltweit:
Auf der individuellen Ebene gibt es ebenfalls spirituelle Praktiken. Dazu gehören das tägliche Gebet und das Lesen der heiligen Schriften. Einmal im Jahr halten die Bahá’í eine 19-tägige Fastenzeit ein, in der sie von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken verzichten. Dies dient als Zeit der inneren Einkehr und spirituellen Erneuerung. Eine zentrale Überzeugung ist zudem, dass Arbeit, die im Geiste des Dienstes an der Menschheit verrichtet wird, zu einer Form des Gottesdienstes wird.
Das soziale Engagement der Bahá’í ist ein direkter Ausdruck ihres Glaubens an die Einheit der Menschheit. Anstatt sich aus der Gesellschaft zurückzuziehen, sind sie aktiv daran beteiligt, sie zu verbessern. Weltweit initiieren und unterstützen Bahá’í-Gemeinden Tausende von Graswurzelprojekten in Bereichen wie Alphabetisierung, Gesundheitserziehung, Umweltschutz und der Förderung der Gleichberechtigung von Frauen. Ziel ist es nicht, eine „Bahá’í-Gesellschaft“ zu schaffen, sondern gemeinsam mit allen Menschen guten Willens zum Wohle der gesamten Menschheit beizutragen.
Josef-Ries-Straße 11
99086 Erfurt
E-Mail: erfurt@~@bahai.de
Tel.: 01525 4739269
Möchten Sie etwas tun, um die Welt gemeinsam zu verbessern? Wir können in Ihrer Nachbarschaft beginnen. Wir sind über Ihre Ideen und Ihre Hilfe dankbar. Teilen Sie Ihre Meinung auf unserer Kontakt-Seite!
