Neues aus der Bahá'í-Gemeinde

Neues aus der Bahá'í-Gemeinde und dem interreligiösen Bereich in Thüringen

Gebetsstunde der Religionen 2017

In diesem Jahr ist es bereits zum 16. Mal in Folge, dass wir uns in diesem schönen Gebäude alljährlich zur Gebetsstunde der Religionen treffen. In den vergangenen Jahren habe ich mich immer bemüht an dieser Stelle Beispiele für gelungenen interreligiösen Dialog anzuführen. Diesmal möchte ich Sie auf unsere Veranstaltung einstimmen, indem ich einige, wie mir scheint, interessante Zitate auswählte.

Gebetsstunde der Religionen 2017
Gebetsstunde der Religionen 2017

Der Journalist Franz Alt schrieb 2005:

"Beten ist niemals Ersatz für Nichtstun wie es naive Geister oder Ideologen verstanden haben. Jesus und Buddha haben ihre Freunde nicht angewiesen »Betet mich an«, sondern: »Macht Euch in meinem Geist auf den Weg!« Beten ist also keine Flucht in eine sentimentale Vertröstungsideologie. Gebet und Meditation im Geiste der großen Beter sind vielmehr eine Anleitung, mehr auf unser Gewissen und mehr auf unsere Träume zu achten. ... Beten und meditieren ist lebensnotwendig und wichtig für die Gesundheit der Seele wie die Luft zum Atmen für die Gesundheit des Körpers."

Im November 2015 verabschiedeten die Kirchen der Schweizer Hauptstadt Bern ihre

10 Sätze zum Zusammenleben in der multireligiösen Gesellschaft

Darin heißt es u. a.:

"... 3. Religionen sollen der Integration dienen. Religionen spielen eine wichtige Rolle für die Integration. Sie können zwar auch die Abschottung fördern. Aber sie können und sollen ihren Angehörigen in erster Linie ein Stück Heimat bieten und ihnen die Gelassenheit geben, sich ohne Angst auf die Gesellschaft einzulassen. Religionen sollen Menschen helfen, Schwierigkeiten zu überwinden, ihrem Leben einen Sinn zu geben und ihre Identität zu stärken. Religionen sollen ein positives Menschenbild und gegenseitigen Respekt fördern, zu solidarischem und gerechtem Handeln motivieren und dazu beitragen, dass Menschen sich unter einander vernetzen und gegenseitig unterstützen.

... 9. Für interreligiöse Begegnungen braucht es Offenheit. Begegnungen mit Menschen anderer Religionen sind herausfordernd und spannend. Informationen über andere Religionen und insbesondere persönliche Begegnungen mit Menschen anderen Glaubens fördern das Verständnis und helfen dabei, mehr übereinander zu erfahren und voneinander zu lernen. Dafür braucht es Offenheit, die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel, Einfühlungsvermögen und vor allem die Bereitschaft, einander auf Augenhöhe zu begegnen. Auf diese Weise können gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung wachsen."

Und schließlich schrieb Paul-Werner Scheele, der nun fast 90-jährige emeritierte katholische Bischof von Würzburg bereits 1960:

"Gibt es das überhaupt: Gebet der Welt? Gebet der Menschen aller Zeiten und Zonen? Oder ist das Gebet etwas am Rande, abseits der großen Straßen des Lebens? Ist es kostbare Frucht oder bedauerliches Verfallsprodukt einer längeren Entwicklung bzw. Fehlentwicklung? Haben die Menschen, von denen wir wissen, im großen und ganzen gebetet oder zu beten versucht, oder waren das immer nur wenige, erleuchtete oder irre, auf den Gipfeln der Menschheit oder in ihren Niederungen? Und was soll diese Welt des Gebetes? Ist sie eine Scheinwelt, die entlarvt werden muß, eine Nebenwelt, die überflüssig, ja schädlich ist, oder ist es die eigentliche Welt, in und aus der wir leben? Solche Fragen drängen sich auf. Man mag aus seiner Weltanschauung heraus einige Antworten fix und fertig haben. Hier soll etwas anderes geschehen. Hier soll versucht werden, der Antwort zuzuhören, die uns die Menschheit selber gibt."

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen & uns eine erfreuliche Gebetsstunde der Religionen, auf dass wir auch anschließend noch in freundschaftlichem Kontakt bleiben mögen!

Bildung und Erziehung der Frauen

Die Frauen sind mit den Männern auf Erden gleichberechtigt. Für die Religion und die Gemeinschaft stellen sie einen sehr wichtigen Bestandteil dar. Solange den Frauen die höchsten Möglichkeiten verschlossen bleiben, werden sie außerstande sein, die Bedeutung zu erlangen, zu der sie fähig wären.

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