Glossar der auf dieser Seite verwendeten Begriffe

Im Bahá'í-Glauben verwendete Begriffe

Síyáh-Chál,

wörtlich ›das schwarze Loch‹

Der dunkle, ekelhaft riechende unterirdische Kerker in Tihrán, wo Bahá’u’lláh 1852 vier Monate gefangen lag. Hier war Er angekettet in der Dunkelheit, drei Stockwerke unter der Erde, in Begleitung Seiner Mit-Bábís und etwa 150 Dieben und Mördern.

Bahá'u'lláh erhielt die erste Andeutung Seiner Offenbarung im Síyáh-Chál von Tihrán im Oktober 1852; dies markierte die Geburt Seiner prophetischen Mission und damit den Beginn der tausend Jahre oder mehr, die bis zum Erscheinen der nächsten Manifestation Gottes vergehen müssen.

»Diese Offenbarung, die als Verheißung und krönende Herrlichkeit der vergangenen Zeitalter und Jahrhunderte begrüßt wird, als Vollendung aller Sendungen innerhalb des von Adam eingeleiteten Zyklus, die eine Ära von mindestens tausend Jahren und einen Zyklus von nicht weniger als fünftausend Jahrhunderten eröffnet, das Ende des prophetischen Zeitalters und den Beginn der Zeit der Erfüllung bezeichnet, die unübertroffen ist sowohl in der Dauer der Wirkungszeit ihres Stifters wie in der Fruchtbarkeit und dem Glanz Seiner Sendung - diese Offenbarung ward, wie schon gesagt, geboren in der Finsternis eines unterirdischen Verlieses in Tihrán, in einem abscheulichen Loch, das früher als Wasserbehälter für die öffentlichen Bäder der Stadt gedient hatte. Umhüllt von stygischem Dunkel, die fiebererfüllte Luft atmend, benommen von der feuchten, eisigen Umgebung, die Füße im Stock, den Nacken gebeugt von einer schweren Kette, umgeben von Verbrechern schlimmster Art, bedrückt vom Bewusstsein des schrecklichen Makels, der den guten Namen Seines geliebten Glaubens befleckt hatte, schmerzlich des schrecklichen Unglücks gewahr, das dessen Vorkämpfer ereilt hatte, und der ernsten Gefahren, die den überlebenden Gläubigen drohten - in dieser kritischen Zeit und unter solch schrecklichen Umständen kam über Ihn der "Größte Geist", wie Er selbst Ihn bezeichnet und wie er in der zoroastrischen, der mosaischen, der christlichen, der mohammedanischen Sendung jeweils symbolisiert wird als das Heilige Feuer, der Brennende Busch, die Taube und der Engel Gabriel, und offenbarte sich der gemarterten Seele Bahá'u'lláhs in der Gestalt einer "Jungfrau".«

(Shoghi Effendi, 'Gott geht vorüber')

Siehe auch: Bahá'í-Ära

 

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