Glossar der auf dieser Seite verwendeten Begriffe

Im Bahá'í-Glauben verwendete Begriffe

Qiblih,

Der "Punkt der Anbetung", dem man sich während des Gebets zuwendet

In früheren Zeiten war die Qiblih Jerusalem. Muhammad änderte die Qiblih nach Mekka. Der Báb legte fest: "Die Qiblih ist fürwahr Er, den Gott offenbaren wird. Wohin Er sich begibt, dahin folgt sie, bis Er Seine letzte Ruhe findet". Bahá'u'lláh bestätigte dies im Buch Kitáb-i-Aqdas, so dass die Qiblih heute der Schrein von Bahá'u'lláh in Bahjí ist, wo seine sterblichen Überreste ruhen.

Das Konzept stammt aus den früheren abrahamitischen Religionen. Die Juden stehen Jerusalem gegenüber, genauer gesagt dem Ort, an dem sich dort der ehemalige Tempel befand. Traditionell wurden die meisten christlichen Kirchen so gebaut, dass die Gemeinde während des Gebets Jerusalem zugewandt war, dem Ort, an dem Jesus gekreuzigt wurde. Muslime stehen der Ka'aba in Mekka gegenüber, die sie auch die Qibla (eine andere Transliteration von Qiblih) nennen.

»Keiner der vielen Propheten, die seit der Offenbarung Mose als Boten des Wortes Gottes herabgesandt wurden, wie David, Jesus und andere der größeren Propheten aus dem Zeitraum zwischen den Offenbarungen Mose und Muḥammads, hat jemals das Gesetz der Qiblih geändert. Diese Boten des Herrn der Schöpfung haben allesamt ihre Völker die gleiche Gebetsrichtung einhalten lassen. In den Augen Gottes, des vollkommenen Königs, sind alle Orte der Erde einander gleich außer dem Ort, den Er in den Tagen Seiner Offenbarung zu einem besonderen Zweck erwählt – wie Er gesagt hat: »Gottes ist der Osten und der Westen. Darum, wohin ihr euch auch wendet, da ist Gottes Antlitz.« Warum sollte also, ungeachtet dieser Wahrheit, die Qiblih geändert und dadurch solche Bestürzung unter dem Volk erregt werden, dass die Gefährten des Propheten schwankend wurden und große Verwirrung in ihrer Mitte entstand? Wahrlich, was so die Menschenherzen mit Bestürzung erfüllt, geschieht nur, um jede Seele am Prüfstein Gottes zu prüfen, damit so die Echten erkannt und von den Falschen unterschieden werden. Darum hat Er nach dem Bruch im Volke offenbart: »Wir haben die Qiblih, die Du wünschtest, nur bestimmt, um den zu erkennen, der dem Gottgesandten folgt, und den, der von Ihm wegläuft.«

(Bahá'u'lláh, 'Kitáb-i-Íqán')

Bahá'u'lláh bestimmte für die Zeit nach Seinem Hinscheiden die Stätte Seiner letzten Ruhe als Qiblih. Das Hochheilige Grab ist in Bahjí bei ‘Akká. ‘Abdu’l-Bahá beschreibt diesen Ort als »den leuchtenden Schrein«, »den Ort, den die Höchste Schar umkreist.«

In einem in seinem Auftrag geschriebenen Brief erklärte Shoghi Effendi die geistige Bedeutung der Qiblih mit dem Gleichnis der Pflanze, die sich der Sonne zuwendet:

»Wie die Pflanze dem Sonnenlicht zustrebt, von dem sie Leben und Wachstum empfängt, so wenden wir unsere Herzen beim Gebet der Manifestation Gottes, Bahá'u'lláh, zu … Wir wenden unser Angesicht dem Orte zu, an dem Sein Staub in dieser Erde ruht, als Symbol für die innere Haltung.«

(Bahá'u'lláh, 'Kitáb-i-Aqdas', Erläuterungen)

Die Bahá'í verehren weder das Heiligtum von Bahá'u'lláh noch dessen Inhalt; die Qiblih ist lediglich ein Brennpunkt für die obligatorischen Gebete. Beim Rezitieren der Pflichtgebete blicken die Mitglieder des Bahá'í-Glaubens in die Richtung der Qiblih. Es ist eine feste Voraussetzung für das Rezitieren eines Pflichtgebets, aber für andere Gebete und Andachten kann man sich an das halten, was im Qur'án geschrieben steht: "Wohin ihr euch auch wendet, da ist Gottes Antlitz."

 

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