Zum 1. Sonntag nach Naw Rúz

Zum 1. Sonntag nach Naw-Rúz aus Deutschlandfunk Kultur

Liebe Leser,

heute am ersten Sonntag nach Naw-Rúz möchte ich ein paar Gedanken zu diesem besonderen Feiertag mit euch teilen. Naw-Rúz, der Feiertag, der von mehr als 300. Mio Menschen auf der Welt seit mehr als 3000 Jahren begangen wird. Naw-Rúz bedeutet wörtlich übersetzt „Neuer Tag“ und bezeichnet den Neujahrsanfang zum Zeitpunkt der Tagundnachtgleiche der Sommersonnenwende und geht ursprünglich aus dem zoroastrischen Glauben hervor. Bis heute wird er in den Kulturkreisen des Kaukasus, der Schwarzmeerregion, der Balkanhalbinsel, in Zentralasien und des Nahen Ostens gefeiert.

Auch in der Bahá’í Religion hat Naw-Rúz eine besondere Stellung. Er ist einer von insgesamt neun Feiertagen im Jahr und bezeichnet den Beginn des neuen Jahres und den Endpunkt der neuzehntägigen Fastenzeit der Bahá’í und ist so eng mit dieser verbunden.

Die Fastenzeit hat im Bahá’í-Glauben eine zentrale Rolle inne, da sie vor allem eine spirituell-geistige Bedeutung innehat. Die Fastenzeit ist die Zeit der Loslösung von materiellen Wünschen und Begierden und der stärkeren Hinwendung zu Gott.

Shogi-Effendi, der Urenkel des Stifters der Bahá’í Religion sagte über die Fastenzeit:

»Sie ist im Wesentlichen eine Zeit der Meditation und des Gebets, der geistigen Erneuerung, während der sich der Gläubige bemühen soll, sein inneres Leben wieder zu ordnen und die in seiner Seele ruhenden geistigen Kräfte zu erfrischen und zu stärken. Der Sinn und Zweck des Fastens ist geistiger Natur.«

Somit steht Naw-Rúz nicht nur symbolisch für den Neubeginn des Jahreszyklus, sondern ist auch Symbol für die geistige Erneuerung jedes Einzelnen.

Bahá’u’lláh, der Stifter der Bahá’í Religion schreibt im 'Kitáb-i-Aqdas', dem heiligsten Buch der Bahá’í Folgendes über den Naw-Rúz Tag:

»Dieser Tag ist wahrlich die Krone aller Monate und deren Ursprung, der Tag, da der Odem des Lebens über alles Erschaffene weht. Groß ist der Segen dessen, der ihn mit Heiterkeit und Frohmut begrüßt. Wir bezeugen, dass er in Wahrheit zu denen gehört, die ihr Ziel erreicht haben.«

So lassen Sie uns, liebe Leser, zu Beginn der Frühlingszeit, neue Kraft schöpfen und zuversichtlich in die neue Jahreszeit blicken. Möge die kommende Woche sie beflügeln auch in den kleinen Veränderungen die Großartigkeit der uns umgebenden Schöpfung zu erfassen.

 

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Über den Autor

Julia Granditzki, Bahá’í Gemeinde Erfurt

Julia Granditzki lernte den Bahá'í-Glauben bereits mit 11 Jahren kennen und ist seit mittlerweile über 11 Jahren erklärte Bahá‘í. Über verschiedene Stationen mit Erfahrungen in verschiedenen Bahá’í Gemeinden, ist sie seit 10 Jahren Mitglied der Bahá’í Gemeinde Erfurt und verfasst seit fast 5 Jahren das Wort zum Tage für die Bahà’í Religion.

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