Weltfrieden und der Bahá'í-Glaube

Weltfrieden und der Bahá'í-Glaube

Bahá'u'lláh rät der Menschheit:

»Lasst eueren Blick weltumfassend sein, anstatt ihn auf euer Selbst zu beschränken.«

Die Bahá'í-Schriften beschreiben eine praktische und neue Beziehung zwischen den Nationen und Völkern der Welt. Während ein Gefangener, Bahá'u'lláh, zuerst in Adrianopel und später in Akká (Palästina) vor mehr als 150 Jahren an die Könige und Herrscher der Welt schrieb, rief er sie auf, dem Ruf Gottes zu folgen und betonte die Möglichkeiten für einen allumfassenden Frieden zu ergreifen, welcher in der Macht der Herrscher und Führer liegt. 

Bahá’u’lláh schreibt im Buch 'Verkündigung Bahá’u’lláhs' - an die Könige und Herrscher der Welt:

»Diese fruchtlosen Kämpfe, diese zerstörenden Kriege werden aufhören und der ‚Größte Friede‘ wird kommen.«

In diesen Sendschreiben sagte Bahá'u'lláh den Anbruch eines neuen Zeitalters voraus. Er forderte ferner die Herrscher auf, ihre Streitigkeiten beizulegen, die Rüstungen zu verringern und sich zu einem Staatenbund zusammen zu schließen, da nur kollektives Handeln den Krieg bannen und einen dauerhaften Frieden schaffen könne. Er warnte sie auch vor den schlimmen Folgen, welche die Ablehnung der Botschaft Gottes mit sich bringen würde.

Die Bahá'í glauben, dass wahrer und dauerhafter Friede erreicht werden kann, wenn die Menschheit dem Ruf Gottes folgt. In den Worten von Bahá'u'lláh lesen wir hierzu Folgendes:

»Die Zeit muss kommen, da die gebieterische Notwendigkeit für die Abhaltung einer ausgedehnten, allumfassenden Versammlung der Menschen weltweit erkannt wird. Die Herrscher und Könige der Erde müssen ihr unbedingt beiwohnen, an ihren Beratungen teilnehmen und solche Mittel und Wege erörtern, die den Grund zum Größten Weltfrieden unter den Menschen legen. Ein solcher Friede erfordert es, dass die Großmächte sich um der Ruhe der Völker der Erde willen zu völliger Aussöhnung untereinander entschließen. Sollte ein König die Waffen gegen einen anderen ergreifen, so müssen sich alle vereint erheben und ihn daran hindern. Wenn dies geschieht, werden die Nationen der Welt außer für die Wahrung der Sicherheit ihrer Reiche und die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung in ihrem Staatsgebiet keine Waffen mehr brauchen. Dies wird jedem Volk, jeder Regierung und Nation Frieden und Ruhe sichern. Wir möchten gerne hoffen, dass die Könige und Herrscher der Erde, die Spiegel des barmherzigen und allmächtigen Namens Gottes, diese Stufe erreichen und die Menschheit vor dem Angriff der Tyrannei beschirmen werden. ... Selig und glücklich ist, wer sich erhebt, dem Wohle aller Völker und Geschlechter der Erde zu dienen.«

An anderer Stelle hat Bahá'u'lláh verkündet:

»Es rühme sich nicht, wer sein Vaterland liebt, sondern wer die ganze Welt liebt. Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger.«

Die Bahá'í-Lehren anerkennen, dass die Religion zu oft die Ursache des Krieges war. Was dabei übersehen wird, ist, dass nicht religiöse Lehren selbst, sondern menschliche Fehlhaltungen die Ursache von Kriegen waren. Heute muss die Religion die Ursache der Einigkeit und Eintracht unter den Menschen sein. In einem seiner Gespräche sagte Abdu'l-Bahá:

»Die Religion sollte alle Herzen vereinen und Krieg und Streitigkeiten auf der Erde vergehen lassen, Geistigkeit hervorrufen und jedem Herzen Licht und Leben bringen. Wenn die Religion zur Ursache von Abneigung, Hass und Spaltung wird, so wäre es besser, ohne sie zu sein, und sich von einer solchen Religion zurückzuziehen, wäre ein wahrhaft religiöser Schritt. Denn es ist klar, dass der Zweck des Heilmittels die Heilung ist, wenn aber das Heilmittel die Beschwerden nur verschlimmert, so sollte man es lieber lassen. Jede Religion, die nicht zu Liebe und Einigkeit führt, ist keine Religion. Die heiligen Propheten waren alle gleichsam Seelenärzte, sie gaben Rezepte, um die Menschheit zu heilen. Darum stammen alle Mittel, die zu Erkrankungen führen, nicht vom großen und höchsten Arzte.«

Das Universale Haus der Gerechtigkeit schreibt hierzu in der Botschaft 'Die Verheißung des Weltfriedens' an die Menschheit Folgendes:

»Es ist unsere tiefe Überzeugung, dass alle Menschen dazu erschaffen sind, „eine ständig fortschreitende Kultur voranzutragen“, dass „wie die Tiere auf dem Felde zu leben, des Menschen unwürdig“ ist, dass die der Menschenwürde entsprechenden Tugenden Vertrauenswürdigkeit, Nachsicht, Barmherzigkeit, Mitleid und Güte gegenüber allen Menschen sind. Wir bekräftigen erneut unseren Glauben, dass „die Möglichkeiten, die der Stufe des Menschen innewohnen, das volle Maß seiner Bestimmung auf Erden, der angeborene Vorzug seiner Wirklichkeit, an diesem verheißenen Tag Gottes offenbar werden müssen“. Dies sind die Beweggründe für unseren unerschütterlichen Glauben, dass Einheit und Frieden das erreichbare Ziel sind, dem die Menschheit zustrebt.«

Wenn dies auch utopisch klingen sollte, so ist es doch erreichbar und jeder von uns kann seinen Beitrag dazu leisten. Weltweit treten Bahá’í-Gemeinden täglich den Beweis an, dass es möglich ist, die menschlichen Verschiedenheiten aller Art (z.B. der Rasse, der Kultur, des Charakters usw.) als Bereicherung für ein friedliches und fruchtbares Miteinander zu nutzen. Die Bahá’í-Gemeindeordnung hat sich sowohl auf örtlicher und nationaler als auch auf internationaler Ebene als belastbares Modell bewährt. Die Bahá’í-Gemeinschaft lädt alle Menschen dazu ein, dieses Modell hinsichtlich seiner Funktionsweise zu studieren.

Hier können alle Interessierten die Botschaft 'Die Verheißung des Weltfriedens' des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an die Völker der Welt vom 1. Oktober 1985 lesen.

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Helmut Winkelbach, Bahá’í Gemeinde Erfurt

Über den Autor

Helmut Winkelbach, Bahá’í Gemeinde Erfurt

Helmut, Sekretär und Webmaster der Gemeinde, hatte 1970 den ersten Kontakt mit der Bahá'í-Religion und erklärte sich 1974 zum Bahá'í-Glauben. Über 30 Jahre lebte Helmut in Belarus und half dort die Bahá'í-Gemeinde mit aufzubauen. Seit 2014 lebt er mit seiner Familie in Erfurt. Der interreligiöse Bereich und die Förderung der jungen Generation sind besondere Anliegen von Helmut.

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