Warum ist der Tag der Erde wichtig?

Warum ist der Tag der Erde wichtig?

Am 22. April feiert die Welt den "Tag der Erde", somit wünsche ich jedem von euch einen glücklichen TAG der ERDE!

Aber wartet, sollte nicht jeder Tag ein "Tag der Erde" sein?

Nun, lassen Sie uns einen kurzen Überblick widmen was seit der Gründung des "Tags der Erde" vor 48 Jahren geschah. Seit 1990 wird dieser weltliche Feiertag am 22. April international begangen. 200 Millionen Menschen in 141 Ländern wurden damals erreicht, um den Tag der Erde zu verkünden. Diese globale Kampagne diente auch der Vorbereitung der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro. In der Tat, es ist alles noch am Anfang, aber jetzt wird es auf der ganzen Welt gefeiert, um Unterstützung für den Umweltschutz zu demonstrieren.

Ich denke, Tage wie der "International Mother Earth Day" sind wunderbar. Sie schaffen Möglichkeiten, ein größeres Bewusstsein für die Umweltprobleme zu fördern, die unseren schönen Planeten betreffen, um uns mit mehr Beständigkeit daran zu erinnern, warum wir einen solchen Tag überhaupt brauchen.

Die Realität ist, dass die fehlende Verbindung, die viele von uns mit der Erde haben, einige von uns blendet, die Verbundenheit unseres Planeten zu sehen. Wir vergessen, dass das, was wir geben, das ist, was wir bekommen. So sehr die Gesellschaft dem Sprichwort "aus dem Auge, aus dem Sinn" auch heute noch gerne glaubt, unsere Behandlung des Planeten hat uns eingeholt, und jetzt bedarf es mehr Aufmerksamkeit und Handeln als je zuvor.

Shoghi Effendi sagt:

»Wir können unser Herz nicht von unserer Umwelt trennen, die uns umgibt, und behaupten, dass alles sich zum Bessern verändert, wenn erst einmal eins von diesen beiden neu gestaltet ist. Der Mensch ist organisch mit der Welt verbunden. Sein inneres Leben gestaltet die Umwelt und wird zutiefst von ihr beeinflusst. Eins wirkt auf das andere, und jede bleibende Veränderung im Leben des Menschen ist das Ergebnis dieser Wechselwirkungen.«

Zur Lösung der Weltprobleme schreibt Shoghi Effendi:

»Wir bedürfen einer Umwandlung der Herzen, einer Neugestaltung all unserer Auffassungen und einer Neuorientierung unserer Tätigkeiten. Das Innenleben des Menschen wie auch die äußere Umwelt müssen umgebildet werden, soll die Rettung der Menschheit sichergestellt sein.« 

Als Bahá'í bemühen wir uns um eine weltumfassende Vision und wir wünschen nichts weniger als die Verbesserung der Welt, wie der geliebte Meister schön ausdrückt:

»Erkennt den Wert dieser Zeit. Strebet aus ganzem Herzen, erhebt eure Stimme und rufet laut, bis diese dunkle Welt sich mit Licht erfüllt, bis diese enge Schattengruft sich weitet, bis dieser flüchtige Haufen Staub sich in einen Spiegel der ewigen Himmelsgärten verwandelt und dieser Erdball seinen Teil an der himmlischen Gnade erhält.«

Wie kann diese Erde dann ihren Teil der himmlischen Gnade erhalten?

Als Bahá'í finden wir diese Vision in den Lehren Bahá'u'lláhs, die Einheit, Wohlstand und Gerechtigkeit für den Planeten fördern. Wir wissen, dass wir mit allem verbunden sind. Daher müssen wir uns bemühen, einen tiefen Respekt für die natürliche Umwelt zu haben, unserer Verpflichtung zur Verantwortung gegenüber unserem Heimatplaneten nachzukommen und sie demütig zu betrachten.

Wenn wir Gemeinden aufbauen, welche Tag für Tag für die Verbesserung ihrer Nachbarschaften, Dörfer und Städte opfern, kann der Tag der Erde eine rechtzeitige Erinnerung daran sein, wie die Natur nicht nur die Eigenschaften Gottes widerspiegelt, sondern auch nach einem Gesetz der Gegenseitigkeit handelt.

Wenn jeder Tag der Tag der Erde ist, warum denken wir nicht an die Entscheidungen, die wir treffen können, und an die Fragen, die wir uns jeden Tag stellen können? 

Ich möchte nicht auf ein paar praktische und einfache Fragen zum täglichen Leben des Einzelnen eingehen, Sie wissen selbst, wie wichtig es heute ist Wasser, Energie zu sparen, die Luft rein zu halten, Nahrungsmittel Wert zu schätzen und unser Konsumverhalten und unseren Lebensstil mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt zu organisieren.

Um dies zu verstehen, sollten wir die Kehrseite dieser Medaille betrachten. Wir müssen die unwahrscheinlich großen Probleme der Menschheit schützen lernen, die durch gewaltsamen Nationalismus und Stammesstrukturen entstehen, durch die Gier der Einzelnen und den entwurzelten Vergleichskampf im Wirtschaftsleben, durch zügellose, unzulässige Unmoral und durch das ständig wachsende Vorkommen von Kriminalität und Terrorismus. Dies alles sind Verzerrungen der Freiheit.

Abdu'l-Bahá schrieb in einem Gebet: »O Gott! Hilf uns, das Selbst zu besiegen und die Gier zu überwinden. O Herr! Befreie uns aus der Knechtschaft der stofflichen Welt. O Herr! Belebe uns durch den Odem des Heiligen Geistes, damit wir uns erheben, Dir zu dienen und Dich anzubeten, und dass wir uns von ganzem Herzen in Deinem Königreich bemühen. O Herr! Du bist der Machtvolle! O Gott, Du bist der Vergebende! O Herr, Du bist der Mitleidvolle.«

Hier folgt ein Auszug eines Vorschlags für die Erdcharta formuliert von der Internationalen Bahá'í-Gemeinde, sie erklärt unsere Rolle in glasklaren Worten:

»Die Neuorientierung der Welt auf eine vertretbare Zukunftsvision erfordert Veränderungen, die ein bisher selten in der Menschheitsgeschichte erreichtes Ausmaß des Opfers, der gesellschaftlichen Integration, des selbstlosen Handelns und gemeinsamer Ziele beinhalten. Diese Eigenschaften haben ihre höchste Entwicklungsstufe durch die Kraft der Religion erreicht. Daher spielen die Religionsgemeinschaften der Welt eine große Rolle dabei, diese Eigenschaften bei ihren Mitgliedern anzuregen, verborgene Fähigkeiten des menschlichen Geistes freizusetzen und einzelne dazu zu bewegen, zum Wohl des ganzen Planeten, seiner Völker und künftiger Generationen zu handeln.«

Die Bahá'í sind der Meinung: »Das Wohlergehen der Menschheit, ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, wenn und ehe nicht ihre Einheit fest begründet ist.«

Shoghi Effendi erklärte 1957 in einem Schreiben an die Bahá'í-Welt, dass des Menschen Achtlosigkeit zum Niedergang der »heutigen Ordnung« beiträgt und sich spürbar auf die Umwelt auswirkt:

»Die tiefgreifende Gleichgewichtsstörung der Welt, das Zittern, das die Glieder der Menschheit befällt, die bis zu den Wurzeln reichende Umgestaltung der menschlichen Gesellschaft, das Aufrollen der heutigen Ordnung, die grundlegenden Veränderungen in der Struktur der Staatsgewalt ... die Entwicklung höllischer Kriegswaffen, das Niederbrennen von Städten, die Verunreinigung der Erdatmosphäre -« 

Hilfe, wir befinden uns mitten drin, Shoghi Effendi erklärt weiter: 

»dies alles sind hervorstechende Zeichen und Omen für das Strafgericht, das nach der Verfügung des Richters und Erlösers der Menschheit früher oder später eine Gesellschaft treffen muss, die zum größten Teil über ein Jahrhundert lang für die Stimme des Gottesboten unserer Zeit taube Ohren hatte - ein Strafgericht, welches das Menschengeschlecht von der Schlacke seiner jahrhundertelangen Verderbtheit reinigen und seine Bestandteile zu einer festverknüpften, weltumspannenden Gemeinschaft verschmelzen muss, die sich zu gegebener Zeit in den Rahmen einer geheimnisvoll sich ausbreitenden, göttlich eingesetzten Ordnung einfügt und, durch deren vergeistigenden Einfluss galvanisiert, im Laufe weiterer göttlicher Sendungen zu einer Kultur aufblüht, derengleichen die Menschheit noch auf keiner Stufe ihrer bisherigen Entwicklung erlebt hat.«

Der Mensch, ausgestattet mit einer inneren Fähigkeit, die Pflanzen und Tiere nicht besitzen, vermag die Geheimnisse der Natur zu entdecken und Oberhand über die Umwelt zu gewinnen, und trägt daher die besondere Verantwortung, seine ihm von Gott verliehenen Kräfte für gute Zwecke einzusetzen. Das Universale Haus der Gerechtigkeit weist darauf hin, wie wichtig es ist, dass »diese Verantwortung richtig wahrgenommen wird, denn davon hängt es ab, ob sein (des Menschen) erfinderischer Genius segensreiche Ergebnisse hervorbringt oder Zerstörung in der materiellen Welt verursacht.«

Ich möchte einige zusätzliche Worte Bahá'u'lláhs zur Kontemplation und Überlegung anbieten:

»Wo immer die Geliebten Gottes sich versammeln und wem immer sie begegnen, sie müssen in ihrer Haltung vor Gott und beim Lobpreis Seines Ruhmes und Seiner Ehre solche Demut und Ergebenheit zeigen, dass jedes Staubatom unter ihren Füßen die Tiefe ihrer Hingabe bezeugt. Das Gespräch, das diese heiligen Seelen führen, sollte von solcher Kraft erfüllt sein, dass diese Staubatome unter seinem Einfluss erbeben. Sie sollten sich so verhalten, dass die Erde, auf die sie treten, niemals Worte zu ihnen sprechen kann wie diese: »Ich bin euch vorzuziehen, denn seht, wie geduldig ich die Bürde trage, die mir der Landmann auferlegt. Ich bin das Mittel, das unablässig allen Wesen die Segnungen spendet, mit denen Er, der Ursprung aller Gnade, mich betraut hat. Trotz der mir erwiesenen Ehre und der zahllosen Beweise meines Reichtums, – eines Reichtums, der den Bedarf der ganzen Schöpfung deckt – seht das Maß meiner Demut und bezeugt, wie ich mich in voller Ergebenheit von den Menschen mit Füßen treten lasse.«

Die Aufgabe des einzelnen Bahá'í und der Bahá'í-Gemeinden beim Schutz »der wilden Tiere und des Naturzustandes der Welt« umreißt das Universale Haus der Gerechtigkeit wie folgt:

»... am besten können Sie mithelfen, die Tiere in der Natur zu schützen und den natürlichen Zustand der Welt zu erhalten, indem Sie keine Mühe scheuen, Ihre Mitmenschen von der Botschaft Bahá'u'lláhs zu unterrichten und sie für Seine Sache zu gewinnen.«

Ich möchte mit diesem Ausblick Abdu'l-Bahás auf die Zukunft schließen:

»Der Herr der ganzen Menschheit hat das Menschenreich zum Garten Eden, zum irdischen Paradies gestaltet. Findet das Menschenreich den Weg, den es finden muss, zu Eintracht und Frieden, zu Liebe und allseitigem Vertrauen, so wird es ein wahres Gefilde der Seligkeit, eine Stätte vielfältigen Segens und unendlicher Wonne. Dann wird die Menschheit ihre Vortrefflichkeit offenbaren, dann wird die Sonne der Wahrheit ihre Strahlen auf alle Lande werfen.«

Mehr über den Tag der Erde und die Art und Weise, wie Sie sich beteiligen können, erfahren Sie auf der Earth Day-Website. Versuchen wir, uns nicht nur am Tag der Erde, sondern an jedem einzelnen Tag an unseren Planeten Erde zu erinnern!

Für Alle welche noch mehr erfahren wollen, folgen hier noch einige Auszüge von Vorschlägen für die Erdcharta formuliert von der Internationalen Bahá'í-Gemeinde:

  • Die ungehinderte Ausbeutung natürlicher Rohstoffe ist nur ein Symptom für eine umfassende Krankheit des menschlichen Geistes. Alle Lösungen für die Umwelt- und Entwicklungskrise müssen daher in einem Ansatz wurzeln, der geistige Ausgeglichenheit und Harmonie im einzelnen, zwischen Individuen und mit der Umwelt als ganzes fördert. Materielle Entwicklung muss nicht nur dem Körper, sondern auch dem Geist und der Seele dienen.
  • Beratung muss Konfrontation und Beherrschung ersetzen, um innerhalb der Familie der Nationen Kooperation bei der Planung und Anwendung von Maßnahmen zu erreichen, die das ökologische Gleichgewicht der Welt erhalten werden.
  • Erst wenn die Frauen in allen Bereichen menschlichen Bemühens, darunter auch Umwelt und Entwicklung, als gleichwertige Partner aufgenommen werden, wird das moralische und psychologische Klima geschaffen, in dem eine friedliche, harmonische und aufrechtzuerhaltende Zivilisation entstehen und zur Blüte kommen kann.
  • Die Angelegenheit der allgemeinen Bildung verdient höchste Unterstützung, da keine Nation erfolgreich sein kann, wenn nicht allen Bürgern Bildung gewährt wird. Diese Bildung sollte das Bewusstsein sowohl der Einheit der Menschheit, als auch der wesentlichen Verbindung zwischen der Menschheit und der Natur fördern. Indem Erziehung ein Gefühl für Weltbürgertum nährt, kann sie die Jugend der Welt auf die organischen Veränderungen in der Gesellschaftsstruktur, die das Prinzip der Einheit zur Folge hat, vorbereiten.

 

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Helmut Winkelbach, Bahá’í Gemeinde Erfurt

Über den Autor

Helmut Winkelbach, Bahá’í Gemeinde Erfurt

Helmut, Sekretär und Webmaster der Gemeinde, hatte 1970 den ersten Kontakt mit der Bahá'í-Religion und erklärte sich 1974 zum Bahá'í-Glauben. Über 30 Jahre lebte Helmut in Belarus und half dort die Bahá'í-Gemeinde mit aufzubauen. Seit 2014 lebt er mit seiner Familie in Erfurt. Der interreligiöse Bereich und die Förderung der jungen Generation sind besondere Anliegen von Helmut.

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