Vor 20 Jahren: Die Einweihung der Terrassen, welche das Heiligtum des Báb schmücken

Vor 20 Jahren: Die Einweihung der Terrassen, welche das Heiligtum des Báb schmücken

An einem glorreichen Abend vor zwanzig Jahren versammelten sich Menschen aus aller Welt persönlich und über das Fernsehen, um die Einweihung eines Weltwunders zu feiern.

Sie waren Zeugen der spektakulär schönen Zeremonie am 22. Mai 2001, die anlässlich der Eröffnung der Terrassen des Heiligtums des Báb auf dem Berg Karmel in Haifa, Israel stattfand.

Es war der Höhepunkt eines Bauprojekts, das etwas mehr als ein Jahrzehnt zuvor begonnen hatte, und eines Prozesses, der seine Ursprünge 110 Jahre zuvor hatte.

Im Jahr 1891, während Er sich am Nordhang des Berges Karmel aufhielt, setzte Bahá’u’lláh die ersten Schritte zur Errichtung eines Heiligtums für Seinen Vorläufer, den Báb, in Gang.

Im Jahr 1990 verkündete das Universale Haus der Gerechtigkeit "den Anhängern Bahá’u’lláhs in allen Ländern", dass am 23. Mai 1990, einhundert sechsundvierzig Jahre nachdem der Báb Seine Mission erklärt hatte, die Arbeit an dem Projekt begann jene Terrassen zu bauen, welche das Heiligtum schmücken sollten.

Sie werden beschrieben als der "Weg der Könige und Herrscher der Welt". Die Terrassen waren von ‘Abdu’l-Bahá geplant worden, dem von Bahá’u’lláh als Oberhaupt des Bahá’í-Glaubens bestimmten Nachfolger des Bahá’í-Glaubens und einem weithin beliebten Bewohner von Haifa.

Über jenen ersten Tag der Bauarbeiten vor 31 Jahren schrieb das Universale Haus der Gerechtigkeit:

»Mit dem Gefühl tiefer Freude verkünden wir den Anhängern Bahá’u’lláhs in allen Ländern, dass am Morgen des 23. Mai, 146 Jahre nach der Erklärung des Báb, die Arbeiten an der Erweiterung der Terrassen begonnen haben. Dieses historische Ereignis wurde hervorgehoben durch den Besuch seines Schreines und des Schreines von ‘Abdu’l-Bahá durch die Hände der Sache Gottes Amatu'l-Bahá Rúhíyyih Khánum und Ali Akbar Furutan, die Mitglieder des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, die Berateramtsmitglieder des Internationalen Lehrzentrums und Fariburz Sahba, des Architekten der Terrassen und Manager des Bogenprojektes, um für göttliche Unterstützung zu beten, um die ununterbrochene Durchführung dieses majestätischen Unternehmens zu ermöglichen. Danach wurden detaillierte Pläne betrachtet, um den Ostflügel der Hauptterrasse des Schreines so zu verlängern, dass er dem existierenden Westflügel gleicht.«

Das Projekt ging mit vielen Herausforderungen, aber ohne Hindernisse bis zu seinem Abschluss im Jahr 2000 weiter.

Das Ergebnis dieser enormen Bauanstrengungen durch ein internationales Team unter der Leitung von Herrn Sahba und unter der Führung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit war eine Reihe von 19 exquisiten Gartenterrassen, die sich fast einen Kilometer den Steilhang des Berges Karmel hinaufzogen und das Heiligtum in der Mitte schmückten.

Am Tag der Einweihung im Jahr 2001 war die Ben-Gurion-Allee, welche zum Fuß des Berges führte, für den Verkehr gesperrt - mit Ausnahme von mehr als 60 Bussen, worin mehr als 2.500 Bahá’ís aus aller Welt ankamen, und Limousinen, welche die Würdenträger beförderten.

Ein 16 Meter hohes Amphitheater mit Blick auf die Terrassen hatte genügend Sitzplätze, um die Bahá’ís und die besonderen Gäste unterzubringen: Botschafter aus mehr als 30 Ländern und israelische Regierungsminister, Parlamentarier, Richter, lokale Bürgermeister und religiöse Führer.

Mehr als 100 Mitglieder der nationalen und internationalen Medien waren anwesend. Dies geschah noch einige Zeit vor der Etablierung sozialer Medien und der Verwendung von Smartphone-Kameras.

Eine Erklärung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit war das Herzstück der Veranstaltung. Überbracht vom Generalsekretär der Internationalen Bahá’í-Gemeinde, Dr. Albert Lincoln, sprach diese Erklärung von dem Einen, dessen Heiligtum die Terrassen nun schmückten, und dem Einen, für den Er der Vorläufer war.

»Ein langer und mühsamer Prozess des Bemühens, des Experimentierens und des Aufbaus hat zu den Siegen geführt, die unsere Herzen zu Beginn eines neuen Jahrhunderts erheben. Durch das sich rasch ausbreitende System der Institute und durch die Energie, die überall in regionale Wachstumsstrategien investiert wird, hat die Bahá’í-Gemeinde schnell gelernt, aus dem Erreichten Nutzen zu ziehen. Wie tief auch die Düsternis sein mag, welche die Welt einhüllt – noch nie sah die Zukunft für den Fortschritt der Sendung Bahá’u’lláhs so vielversprechend aus. Wir, die wir die Ehre haben, diese Woche hier versammelt zu sein, bezeugen mit eigenen Augen, wie sich jene Worte zu erfüllen beginnen, die vom Herrn der Heerscharen vor über einem Jahrhundert auf diesem Berg offenbart wurden, Worte, die jedes Atom der Erde in Schwingung versetzen: „Wahrlich, dies ist der Tag, da Land und Meer frohlocken über diese Verkündigung, der Tag, für den aufbewahrt wurde, was Gott aus einer Großmut, die jenseits der Fassungskraft des sterblichen Verstandes oder Herzens liegt, zu offenbaren bestimmt hat.“«

(Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit / 24. Mai 2001/11)

»Die Entwicklungen am Bahá’í-Weltzentrum im selben Zeitraum sind zahlreich: Davon zeugen die Fertigstellung der Terrassen am Schrein des Báb und zweier Gebäude am Bogen …«.

(Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, Ridván 2021)

Dann kam die Zeit für musikalische Darbietungen. Anwesend waren die Israel Northern Symphony, 70 Mitglieder des Transylvania State Philharmonic Choir, Gesangssolisten und drei österreichische Geiger aus der Familie Khadem-Missagh.

Eine vom Universalen Haus der Gerechtigkeit in Auftrag gegebene Komposition von Tolibkhon Shakhidi aus Tadschikistan trug den Titel "O Königin des Karmel". Mit Klängen, die Vorstellungen von Shiraz evozieren, basiert der Text dieser Kantate auf einer poetischen Lobrede auf das Heiligtum des Báb, geschrieben von Shoghi Effendi.

Dann folgte "Terrassen des Lichts", ein majestätisches Oratorium, das ebenfalls vom Universalen Haus der Gerechtigkeit in Auftrag gegeben und von Lasse Thoresen aus Norwegen komponiert wurde.

Der Text stammte aus Bahá’u’lláhs 'Tablet vom Karmel', der Gründungsschrift für das Heiligtum, die 1891 auf dem Berg offenbart wurde. Das Oratorium sorgte dafür, dass einmal mehr die kraftvollen Worte Bahá’u’lláhs auf diesem heiligen Berg erklangen.

»Alle Herrlichkeit sei auf diesem Tage, dem Tag, da die Düfte der Barmherzigkeit über alles Erschaffene wehten, einem Tag, so reich gesegnet, dass vergangene Zeitalter und Jahrhunderte niemals hoffen können, ihm gleichzukommen, einem Tag, da der Altehrwürdige der Tage das Antlitz Seinem heiligen Throne zugewandt hat. Daraufhin waren die Stimmen alles Erschaffenen und darüber hinaus die Stimmen der himmlischen Heerscharen zu hören mit lautem Ruf: "Eile, o Karmel, denn siehe, das Licht des Angesichts Gottes, des Herrschers im Reiche der Namen und Schöpfers der Himmel, ist auf dich gerichtet."«

Als die Musik ihr Crescendo erreichte und der Himmel sich nach Sonnenuntergang rosig färbte, begannen die Lichter jede der 19 Terrassen, eine nach der anderen, zu beleuchten und riefen bei den begeisterten Zuschauern bewundernde Blicke hervor.

In dieser magischen Nacht blieben das Heiligtum und die Terrassen bis zum späten Abend beleuchtet und begeisterten nicht nur die Bahá'í, ihre Gäste und die Zuschauer aus aller Welt, sondern auch die Bewohner von Haifa, welche während der Jahre des Baus geduldig gewesen waren und nun mit einem Anblick von unübertroffener Schönheit belohnt wurden.

Am nächsten Tag, Mittwoch, dem 23. Mai 2001, stiegen etwa 3000 Bahá’ís, angeführt vom Universalen Haus der Gerechtigkeit, nach musikalischen Darbietungen, unter anderem von einem Jugendchor aus der Demokratischen Republik Kongo in ihren bunten Kostümen, die unteren Terrassen zum Schrein des Báb hinauf.

Unter den vielen anderen Aktivitäten für die anwesenden Bahá'í war eine Abendveranstaltung, an der die beiden überlebenden Hände der Sache, Herr Ali-Akbar Furutan und Dr. Ali-Muhammad Varqa, außerdem die Mitglieder des Universalen Hauses der Gerechtigkeit teilnahmen. Eines der Mitglieder, Herr Glenford Mitchell, verlas die Botschaft dieser Institution an die versammelten Bahá’ís. Sie schloss mit einer Proklamation der Hoffnung:

»Mit den Umgestaltungen, die auf dem Berg Karmel stattgefunden haben, tritt die Bahá’í-Sache als eine sichtbare, unwiderstehliche Realität auf der Welt-Bühne hervor, als der Brennpunkt der Kräfte, die zu der von Gott verfügten Zeit den Wiederaufbau der Gesellschaft bewirken werden, und als mystische Quelle geistiger Erneuerung für alle, die sich ihr zuwenden.«

(Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, 24. Mai 2001)

Internationale Anerkennung erfolgte 2008, als die Heiligtümer des Báb und Bahá’u’lláhs als erste Stätten, die mit einer in der Neuzeit entstandenen religiösen Tradition verbunden sind, in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurden. Und am 10. Jahrestag der offiziellen Eröffnung der Terrassen fand eine Zeremonie zur Einweihung des UNESCO-Platzes für Frieden und Toleranz statt, der sich vor den Terrassen befindet. In diesem Jahr haben 760.000 Besucher die Terrassen besichtigt. Die Zahl dieser Besucher und der Bahá’í-Pilger ist stetig gewachsen.

»Die majestätischen Gebäude, die nun entlang des von Shoghi Effendi geplanten Bogens am Hang des Berges Karmel stehen, sind zusammen mit den prachtvollen Terrassengärten, die den Schrein des Báb umrahmen, ein sichtbarer Ausdruck der ungeheuren Macht, welche die Sache beseelt, der wir dienen. Sie legen zeitlos Zeugnis dafür ab, dass die Anhänger Bahá’u’lláhs erfolgreich die Grundlagen einer weltweiten Gemeinde gelegt haben, die sich über alle Unterschiede erhebt, welche die Menschheit spalten; sie bezeugen, dass sie die Hauptinstitutionen einer einzigartigen und unangreifbaren Gemeindeordnung ins Leben gerufen haben.«

(Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, 24. Mai 2001)

Der 20. Jahrestag der Einweihung der Terrassen im Jahr 2021 fällt mit dem Bau eines individuellen Heiligtums für ‘Abdu’l-Bahá zusammen, dessen Vision der Terrassen nun eine lebendige Realität ist.

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