Erfurts Partnerstadt - Haifa und der Bahá'í-Glaube

In Erfurts Partnerstadt - Haifa

Als Hauptstadt des nördlichen Teils Israels verfügt Haifa über den bedeutendsten Hafen und ist die drittgrößte Stadt Israels nach Jerusalem und Tel Aviv, deren 280.000 Einwohner verschiedenen Religionen angehören, welche in Frieden und Harmonie zusammenleben.

Der erste Blick fällt auf die Terrassen und den Schrein des Báb.

Haifa erstreckt sich von den grünbewaldeten Hügeln des historisch bedeutsamen Karmel-Gebirges bis zum Mittelmeer mit über 300 Meter Höhenunterschied. Besonders markant ist der Blick auf Haifa von der Seeseite aus, wo sich die goldenen Kuppel des Bahá'í-“Tempels“ mit den 19, den Tempel umschließenden Terrassen vom Zentrum am Fuße des Berges bis zur Spitze erhebt, ein wunderschöner Anblick. Dieser „Tempel“ ist eigentlich keiner, da dort keine gemeinschaftlichen Gottsdienste stattfinden, sondern ein Grabmal für den Báb, den prophetischen Vorbereiter der Baha'i-Religion, welcher im Jahre 1850 im Alter von 31 Jahren wegen seiner religiösen Lehren in Persien hingerichtet worden war.

2008 wurde dieser Schrein des Báb, der als Wahrzeichen der Stadt gilt, von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Ein interessanter Fakt ist, dass 1869 deutsche Auswanderer der Tempelgesellschaft, einer christlichen Gemeinschaft, in Haifa Land kauften, um sich hier im Heiligen Land niederzulassen - in der Erwartung der Wiederkunft Christi. Ihre Siedlung ist unter dem Namen "Deutsche Kolonie" bekannt, von weitem an den roten Ziegeldächern erkennbar. Viele Templerhäuser tragen noch immer deutsche Inschriften über den Türen; Bibelsprüche wie "Der Herr ist nahe", "Herr lass leuchten dein Antlitz über uns" oder "Bis hierher hat der Herr geholfen". Die Deutsche Kolonie ist heute ein schönes historisches Viertel mit einer Vielzahl an Cafés und Restaurants.

Die Geschichte der Städtepartnerschaft

Eine stetige Verbindung vorbereitender Kontakte seit 1990 gipfelte am 6. Februar des Jahres 2000 in Erfurt mit der Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrages durch die Oberbürgermeister der Stadt Haifa, Amram Mitzna, und der Stadt Erfurt, Manfred Ruge.

Seit dieser Zeit hat es vielfältige Aktivitäten in soziokulturellen, künstlerischen und sportlichen Bereichen sowie bei Projekten der Wohlfahrt, Bildung und Wissenschaft gegeben. Auch realisierte man verschiedene Projekte der Unterstützung durch die deutschen Partnerstädte Haifas, wie zuletzt 2016 nach den verheerenden Waldbränden, bei welchem die Partnerstädte eine Spendenaktion starteten, wobei sich auch die Erfurter Bahá'í-Gemeinde beteiligte. Siehe: Spendenaufruf: Erfurts israelische Partnerstadt Haifa braucht nach den verheerenden Bränden der letzten Tage unsere Hilfe.

Neben Erfurt sind auch Bremen, Düsseldorf, Mainz und Mannheim deutsche Partnerstädte von Haifa.

In Haifa ist der spirituelle Mittelpunkt der Bahá'í. Die „Hängenden Gärten“ sind Wahrzeichen der Stadt. Eines der Zentren dieser weltweit verbreiteten Religion in Deutschland liegt in Erfurt.

Sie sind gerne eingeladen uns einmal zu unseren verschiedenen Veranstaltungen zu besuchen.

Komplex von Verwaltungsgebäuden, in der Form eines Bogens

Oberhalb des Grabmals befinden sich vier Verwaltungsgebäude im neoklassizistischen Baustil. Sie sind angeordnet in einem Bogen und eingebettet in eindrucksvolle Gärten. Ihren Mittelpunkt bildet der ständige Sitz des Universalen Hauses der Gerechtigkeit (A). Links davon befindet sich das Internationale Lehrzentrum (D), der Hauptsitz des ernannten Zweiges der Berater, welche für den besonderen Zweck des Schutzes und der Verbreitung des Glaubens ernannt sind. Rechts abgehend liegt das ‚Zentrum für das Studium der Heiligen Texte’ (C). Die Mitarbeiter dort widmen sich dem Studium, der Übersetzung und Publikation der vielen noch unbekannten Bahá'í-Schriften. Noch weiter aussen befindet sich das ‚Internationale Archiv’ (B). Es enthält die wichtigsten historischen Schriften und Relikte aus dem Leben der Gründer des Bahá'í-Glaubens; z.B. persönliche Gegenstände von Báb, Bahá'u'lláh und 'Abdu'l-Bahá.

Das Gebäude der Internationalen Bahá'í-Bibliothek (E), wird in Zukunft gebaut.

Die Monument Gärten (F). In diesen Gärten befinden sich vier Monumente, welche auf den Gräbern der engsten Mitglieder der Familie Bahá'u'lláhs errichtet wurden.

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Helmut Winkelbach, Bahá’í Gemeinde Erfurt

Über den Autor

Helmut Winkelbach, Bahá’í Gemeinde Erfurt

Helmut, Sekretär und Webmaster der Gemeinde, hatte 1970 den ersten Kontakt mit der Bahá'í-Religion und erklärte sich 1974 zum Bahá'í-Glauben. Über 30 Jahre lebte Helmut in Belarus und half dort die Bahá'í-Gemeinde mit aufzubauen. Seit 2014 lebt er mit seiner Familie in Erfurt. Der interreligiöse Bereich und die Förderung der jungen Generation sind besondere Anliegen von Helmut.

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