Die Zeit des Neubeginns

Der Übergang in das künftige Große Zeitalter

Das Große Zeitalter, die Vollendung aller Zeitalter, welche das Kommen des Zeitalters des ganzen Menschengeschlechtes bedeutet, muss Realität werden. Die Erschütterungen dieses stürmischen Übergangsabschnittes in der Geschichte der Menschheit sind die wesentlichen Vorbedingungen des Zeitalters der Zeitalter und kündigen sein unvermeidliches Nahen an.

»In dieser Jahreszeit des Neubeginns und des Gedenkens an neue Anfänge setzen wir Bahá'í uns einen neuen Maßstab des Bemühens, wagemutiger und beharrlicher als je zuvor. Mögen unsere Worte verkünden und unsere Taten beweisen, dass es nur einen Gott gibt, nur eine Religion, nur eine Menschenrasse. So wenig wir auch sind, mögen wir auf diese Weise unsere Pflicht vor Bahá'u'lláh, Seinem Bund und fürwahr der ganzen Menschheit erfüllen.«

(Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 26. November 1992)

Wie wollen wir dieses künftige Große Zeitalter sehen, was wollen wir dafür tun? Lassen wir die Botschaft Bahá'u'lláhs aus dem Buche 'Botschaften aus ‘Akká' hierzu auf uns wirken:

»Der ist wirklich ein Mensch, der sich heute dem Dienst am ganzen Menschengeschlecht hingibt. Das Erhabenste Wesen spricht: Selig und glücklich ist, wer sich erhebt, dem Wohle aller Völker und Geschlechter der Erde zu dienen. An anderer Stelle hat Er verkündet: Es rühme sich nicht, wer sein Vaterland liebt, sondern wer die ganze Welt liebt. Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger.«

Was wir miterleben, ist der Beginn der Menschheitsgeschichte, die Geschichte einer Menschheit, die sich ihrer eigenen Einheit bewusst wird.

Es ist eindeutig das genaue Mittel, um die utopische Vision zu verwirklichen und so die Entmilitarisierung der Nationen und eine Umgestaltung der Gesellschaft herbeizuführen, die weder von Dichtern und Visionären vergangener Epochen noch von früheren Manifestationen Gottes ausgedrückt wurde.

»Der unter derart dramatischen Umständen die überwältigende Macht einer so herrlichen Sendung zu tragen hatte, war niemand anders als der Eine (Bahá'u'lláh), dem die Nachwelt einmal zujubeln wird, den aber unzählige Gläubige schon jetzt anerkennen als den Richter, Gesetzgeber und Erlöser der ganzen Menschheit, den Organisator des ganzen Planeten, den Einiger der Menschenkinder, den Erbauer des lang erwarteten tausendjährigen Reichs, den Urheber eines neuen »Universalen Zyklus«, den Begründer des Größten Friedens, den Quell der Größten Gerechtigkeit, den Verkünder des künftigen Zeitalters der Einheit des Menschengeschlechts, den Schöpfer einer neuen Weltordnung, den Stifter und beseelenden Geist einer Weltkultur und -zivilisation.

(Shoghi Effendi, 'Gott Geht Vorüber')

In den Schriften Bahá'u'lláhs gibt es nichts, was die Illusion fördern könnte, dass die angestrebten Veränderungen leicht eintreten werden. Ganz im Gegenteil. Wie die Ereignisse des zwanzigsten Jahrhunderts bereits gezeigt haben, werden Gewohnheits- und Einstellungsmuster, die über Tausende von Jahren hinweg Wurzeln geschlagen haben, weder spontan noch als Reaktion auf Bildung oder gesetzgeberische Maßnahmen aufgegeben. Ob im Leben des Einzelnen oder in der Gesellschaft, ein tiefgreifender Wandel vollzieht sich meist als Reaktion auf intensives Leiden und auf unerträgliche Schwierigkeiten, die auf keine andere Weise überwunden werden können. Es bedarf einer so großen Bewährungsprobe, warnte Bahá'u'lláh, um die verschiedenen Völker der Erde zu einem einzigen Volk zusammenzuschweißen.

Mit jedem Tag vervielfachen sich die Zeichen, dass überall eine große Zahl von Menschen zu dieser Erkenntnis erwacht. Es bedarf keiner prophetischen Einsicht mehr, um zu begreifen, dass in den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts Energien und Bestrebungen freigesetzt wurden, die unendlich stärker sind als die angesammelten Routinen, Irrtümer und Abhängigkeiten, welche die Verwirklichung so lange blockiert haben.

Wie groß auch immer der Aufruhr sein mag - die Periode, in welche die Menschheit sich bewegt, wird jedem Individuum, jeder Institution und jeder Gemeinschaft auf der Erde noch nie dagewesene Möglichkeiten eröffnen, an der Gestaltung der Zukunft des Planeten mitzuwirken. »Bald«, so das zuversichtliche Versprechen Bahá'u'lláhs:

»wird die heutige Ordnung aufgerollt und eine neue an ihrer Stelle ausgebreitet werden.«

Über das künftige Große Zeitalter schrieb Shoghi Effendi im Buch 'Der verheißene Tag ist gekommen':

»Die Zeitalter der Unmündigkeit und Kindheit der Menschheit sind vorbei und kehren nie mehr wieder, während das Große Zeitalter, die Vollendung aller Zeitalter, welches das Kommen des Zeitalters des ganzen Menschengeschlechtes bedeutet, erst noch kommen muss. Die Erschütterungen dieses stürmischen Übergangsabschnittes in der Geschichte der Menschheit sind die wesentlichen Vorbedingungen des Zeitalters der Zeitalter und kündigen sein unvermeidliches Nahen an, »die Zeit des Endes«, in welcher die Torheit und die Wirrnis des Streites, die seit dem Dämmern der Geschichte die Annalen der Menschheit schwärzte, endlich in die Wahrheit und Ruhe eines ungestörten, allumfassenden und dauerhaften Friedens umgewandelt sein wird, und in welchem die Zwietracht und Trennung der Menschenkinder einer weltumschließenden Aussöhnung und einer völligen Vereinigung der verschiedenen Elemente der menschlichen Gesellschaft gewichen sein werden.«

»Dies wird fürwahr die würdige Krönung jenes Prozesses der Vereinigung sein, der, ausgehend von der Familie, der kleinsten Einheit auf der Stufenleiter menschlicher Organisation, nacheinander den Stamm, den Stadtstaat und die Nation ins Leben gerufen hat und fortwährend weiterwirken muss, bis er in der Vereinigung der ganzen Welt gipfelt, dem Endziel und dem krönenden Ruhm der menschlichen Entwicklung auf diesem Planeten. Dieser Stufe nähert sich die Menschheit unwiderstehlich, freiwillig oder gezwungen. Für diese Stufe ebnet das ungeheure, flammende Gottesgericht, welches die muss, auf geheimnisvolle Weise den Weg. Mit dieser Stufe sind die Geschicke und der Plan des Glaubens Bahá’u’lláhs unlöslich verkettet. Diese schöpferischen Kräfte, die Seine Offenbarung im »Jahre sechzig« (der Erklärung des Báb im Jahr 1260 nach der Hijrah/1844) frei gemacht hat und die später verstärkt wurden durch die aufeinanderfolgenden Ausgießungen himmlischer Macht, welche im »Jahre neun« (Kennzeichnen der mystischen Geburt von Bahá'u'lláhs prophetischer Mission im Síyáh-Chál, Tihrán, 1853) und im »Jahre achtzig« (der Erklärung Bahá'u'lláhs im Jahr 1863) dem ganzen Menschengeschlecht gewährt wurden, haben der Menschheit die Fähigkeit eingeflößt, dieses Endstadium ihrer organischen und gemeinsamen Entwicklung zu erreichen. Mit dem Goldenen Zeitalter Seiner Sendung wird die Vollendung dieses Geschehens für immer verbunden sein. Das Gefüge Seiner neuen Weltordnung, die sich jetzt im Schoße der Verwaltungseinrichtungen, die Er selbst geschaffen hat, regt, wird als Muster und als Kern jenes Weltstaatenbundes dienen, der das sichere, unumgängliche Geschick der Völker und Nationen der Erde ist.«

»So, wie die organische Entwicklung der Menschheit langsam und stufenweise vor sich gegangen ist und nacheinander die Einigung der Familie, des Stammes, des Stadtstaates und der Nation in sich schloss, so ist das durch die Gottesoffenbarung gewährte Licht auf den verschiedenen Entwicklungsstufen der Religion, das sich in den aufeinanderfolgenden Sendungen der Vergangenheit widerspiegelt, langsam und fortschreitend gewesen. Tatsächlich ist das Maß göttlicher Offenbarung in jedem Zeitalter dem Grade sozialen Fortschrittes angepasst und entsprechend gewesen, der in jenem Zeitalter von einer stetig sich entwickelnden Menschheit erreicht worden war.«

»Es wurde von Uns beschlossen«, erklärt Bahá’u’lláh, »dass das Wort Gottes und alle Möglichkeiten daraus den Menschen geoffenbart werden, genau entsprechend den Verhältnissen, wie sie von Ihm, dem Allwissenden, dem Allweisen, vorherbestimmt wurden … Würde dem Wort erlaubt sein, plötzlich alle in ihm verborgenen Kräfte zu entfesseln, so könnte kein Mensch die Last einer so mächtigen Offenbarung ertragen.« »Alle erschaffenen Dinge«, hat ‘Abdu’l-Bahá, diese Wahrheit erläuternd, bestätigt, »haben ihren Grad oder ihre Stufe der Reife. Die Zeit der Reife im Leben eines Baumes ist die Zeit, da er Früchte trägt … Das Tier erreicht eine Stufe vollen Wachstums und der Vollkommenheit, und im Menschenreich gelangt der Mensch zur Reife, wenn das Licht seines Verstandes seine größte Macht und Entwicklung erreicht … ähnlich gibt es Zeiten und Stufen im gemeinsamen Leben der Menschheit. Einmal durchwanderte sie ihre Kindheitsstufe, späterhin ihre Jugendzeit, aber jetzt ist sie in ihre lange vorhergesagte Reifezeit eingetreten, deren Beweise überall in Erscheinung treten … Was den Bedürfnissen des Menschen in seiner früheren Geschichte angemessen war, ist weder passend noch genügend für die Erfordernisse des heutigen Tages, dieser Zeit des Neuen, der Vollendung. Die Menschheit hat sich aus der einstigen Stufe der Beschränkung und der Vorerziehung erhoben. Der Mensch muss mit neuen Tugenden und Kräften, neuen sittlichen Maßstäben und Fähigkeiten erfüllt werden. Neue Wohltaten und vollkommene Gaben warten auf ihn und senken sich schon auf ihn herab. Die Gaben und Segnungen der Jugendzeit, wenngleich passend und genügend während des Heranwachsens der Menschheit, sind jetzt nicht imstande, den Erfordernissen ihrer Reifezeit zu entsprechen.« »In jeder Sendung«, hat Er weiter geschrieben, »wurde das Licht göttlicher Führung im Brennpunkt einer Hauptaufgabe gesammelt … In dieser wunderbaren Offenbarung, diesem glorreichen Jahrhundert, ist die Grundlage der Religion Gottes und das unterscheidende Merkmal Seines Gesetzes das Bewusstsein der Einheit der Menschheit.«

 

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