Die Verheißung des Weltfriedens & ich

Die Verheißung des Weltfriedens & ich

Freitag, 21. September, ist Weltfriedenstag 2018, und zu diesem Tag wollte ich ein paar kurze Gedanken mit Ihnen über ein sehr wichtiges Dokument mit dem Titel 'Die Verheißung des Weltfriedens' teilen.

Die Verheißung des Weltfriedens wurde im Oktober 1985 vom Universalen Haus der Gerechtigkeit an die Völker der Welt geschrieben - nicht nur für die Bahá'í - sondern für jeden auf dem Planeten. Es ist relevant und überzeugend. Es beginnt mit diesen bewegenden Worten:

»Der Große Friede, auf den durch die Jahrhunderte Menschen guten Willens ihre Herzen gerichtet, den unzählige Generationen lang Seher und Dichter in ihren Visionen beschrieben und den die Heiligen Schriften der Menschheit von Zeitalter zu Zeitalter immer wieder verheißen haben, ist jetzt endlich in Reichweite der Nationen. Zum ersten Mal in der Geschichte ist jedermann imstande, in einer Gesamtschau den ganzen Planeten mit seiner Vielzahl verschiedener Völker zu überblicken. Weltfriede ist nicht nur möglich, sondern unausweichlich. Er ist die nächste Stufe in der Evolution dieses Planeten - mit den Worten eines großen Denkers: "die Planetisierung der Menschheit".«

Für manche ist die Idee des Weltfriedens eine Utopie, eine naive Fantasie oder ein Stoff der Fiktion. Die Vision des Weltfriedens in diesem Dokument basiert jedoch auf dem täglichen Leben; 'Die Verheißung des Weltfriedens' erweitert, wie der Weltfrieden, anstatt eine abstrakte oder unerreichbare Idee zu sein, ein pragmatisches und notwendiges Ziel.

Hier sind drei kraftvolle Ideen aus diesem Dokument, die ich persönlich in meinem eigenen Leben verbessern kann:

1. "Es ist in erster Linie eine Frage der Einstellung"

Die lähmenden und korrumpierenden Auswirkungen des Materialismus beschreibt das Universale Haus der Gerechtigkeit so:

»Die sich in der Gesellschaft ausbreitenden unerträglichen Verhältnisse zeugen von allgemeinem Versagen, ein Umstand, der die Gräben auf jeder Seite eher vertieft als überbrückt. Offensichtlich ist ein gemeinsames Bemühen um Heilung dringend erforderlich. Es ist vor allem eine Sache der Einstellung. Wird die Menschheit in ihrem Eigensinn verharren, sich weiterhin an verbrauchte Konzepte und untaugliche Prämissen klammern? Oder werden ihre Führer, ungeachtet ihrer Ideologie, vortreten und entschlossenen Willens miteinander in gemeinsamer Suche nach sachdienlichen Lösungen beraten?«

Es schreibt auch, dass der Weltfrieden mehr ist als unterzeichnete Verträge und Abkommen zwischen Nationen:

»… Die Vorstellung kollektiver Sicherheit bleibt eine Chimäre, wenn sie allein auf politischen Abmachungen beruht. Zum anderen besteht die Herausforderung bei der Behandlung der Friedensfrage hauptsächlich darin, dass die Zusammenhänge vom reinen Pragmatismus auf die Ebene der Prinzipien gehoben werden; denn der Frieden erwächst dem Wesen nach aus einem inneren Zustand, getragen von einer geistigen oder ethischen Einstellung, und es geht vor allem darum, diese Einstellung wachzurufen, damit sich die Möglichkeit zu dauerhaften Lösungen findet. … Geistige Prinzipien haben den wesentlichen Vorzug, dass sie nicht nur eine Sichtweise eröffnen, die mit dem Wesen des Menschen in Einklang steht, sondern auch eine Haltung vermitteln, eine treibende Kraft, ein Wollen, ein Sehnen, die es erleichtern, praktische Maßnahmen zu finden und in die Wege zu leiten. Staatslenker und alle mit Amtsgewalt Ausgestatteten wären gut beraten, wenn sie in ihren Bemühungen um die Lösung der Probleme die einschlägigen Prinzipien festzustellen suchten und sich dann von diesen leiten ließen.«

Diese Paragraphen signalisieren mir, wie wichtig es ist, in mir eine positive Friedenshaltung zu schaffen, die alle Gedanken des Hasses besiegt, meine Entschlossenheit auf dem Weg des Dienstes festigt und meine Kinder und Enkel zu einer spirituellen und moralischen Haltung und dem Willen zur Lösung der Probleme der Welt erzieht.

2. Die Einheit der Menschheit ist übergeordnet

Das Universale Haus der Gerechtigkeit stellt die Frage, wo wir auf der Suche nach dem Weltfrieden beginnen, und dann gibt es die Antwort. Es schreibt:

»Die Anerkennung der Einheit der Menschheit ist die erste, grundlegende Voraussetzung für die Neuordnung und rechtliche Gestaltung der Welt als ein Land, als die Heimat der Menschheit. Die weltweite Annahme dieses geistigen Grundsatzes ist wesentlich für jeden tauglichen Versuch, den Weltfrieden zu errichten. Der Grundsatz muss daher weltweit verkündet, in den Schulen gelehrt und in jedem Land beharrlich zur Geltung gebracht werden, als Vorbereitung auf den durch ihn bedingten organischen Wandel der Gesellschaftsstruktur.«

Die Einheit der Menschheit scheint eine einfache Sache zu sein, die man annehmen und fördern kann - besonders wenn man, wie ich, ein privilegiertes Leben führt, das von Rassismus kaum negativ beeinflusst wurde. Aber die Akzeptanz der Einheit der Menschheit ist eine viel größere Herausforderung als es auf den ersten Blick scheint. Das Haus der Gerechtigkeit fährt fort:

»Nach Auffassung der Bahá'í erfordert die Anerkennung der Einheit der Menschheit "nichts Geringeres als die Neuordnung und Entmilitarisierung der gesamten zivilisierten Welt - einer Welt, die in allen Grundfragen des Lebens, in ihrem politischen Mechanismus, ihren geistigen Bestrebungen, in Handel und Finanzwesen, Schrift und Sprache organisch zusammengewachsen und doch in den nationalen Eigenarten ihrer verbündeten Staatenglieder von einer unendlichen Mannigfaltigkeit ist."«

Es genügt mir nicht, an die Einheit der Menschheit zu glauben; ich muss aktiv daran arbeiten, es so umzusetzen, wenn ich spreche, wenn ich meine Kinder erziehe, wenn ich mich mit jemand anfreunde, allgemein im Umgang mit den Anderen - um nur einige Aspekte meines Lebens zu nennen.

3. Arbeiten, um meine Beratungsfähigkeiten zu verfeinern

Wir haben viele Möglichkeiten, unsere Beratungskompetenz zu verfeinern. Ob es in einer Besprechung oder bei der Beratung von Essensplänen ist, das Lernen und Beherrschen der Fähigkeit zu aufrichtiger und liebevoller Beratung ist ein Baustein für den Weltfrieden. Das Universale Haus schreibt:

»Der Mut, die Entschlossenheit, das lautere Motiv, die selbstlose Liebe eines Volkes für das andere - all die geistigen und ethischen Werte, die für diesen gewaltigen Schritt zum Frieden erforderlich sind, treffen zusammen im Willen zur Tat. Um diesen notwendigen Willensakt hervorzurufen, muss der Wirklichkeit des Menschen, nämlich seinem Denken, ernsthafte Beachtung geschenkt werden. Will man die Bedeutung dieser machtvollen Wirklichkeit verstehen, so muss man begreifen, dass es gesellschaftlich notwendig ist, den einzigartigen Wert des Denkens in offene, leidenschaftslose und aufrichtige Beratung umzusetzen und den Ergebnissen dieses Prozesses gemäß zu handeln. Bahá'u'lláh wies nachdrücklich auf den hohen Wert und die Unerlässlichkeit der Beratung bei der Gestaltung der menschlichen Beziehungen hin. Er erklärte: "Beratung verleiht tiefere Kenntnis und verwandelt Vermutung in Gewissheit. Sie ist ein strahlendes Licht, welches in einer dunklen Welt den Weg weist und Führung gibt. Für alles gibt es und wird es immer eine Stufe der Vollendung und Reife geben. Die Gabe der Einsicht zeigt ihre Reife in der Beratung."«

»Gerade der Versuch, den Frieden durch die von Bahá'u'lláh vorgeschlagenen Beratungsprozesse zu erreichen, vermag einen derart heilsamen Geist unter den Völkern der Erde freizusetzen, dass keine Macht dem letztendlichen Triumph widerstehen könnte.«

Wenn ich lernen kann, mich zu beraten, und wenn ich meinen Kindern eine Beratung anbieten kann, dann habe ich zum Weltfrieden beigetragen. Ist es nicht wunderbar, darüber nachzudenken? In jeder Beratung, an der Sie teilnehmen, arbeiten Sie für den Frieden!

Dies sind einige Dinge, welche ich vor dem Internationalen Tag des Friedens im Kopf habe. Ich hoffe, dieses Dokument inspiriert mich weiterhin dazu, meine Rolle bei der Förderung der Einheit der Welt zu untersuchen.

Die ganze 'Friedensbotschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit - Oktober 1985' können Sie hier lesen.

 

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Helmut Winkelbach, Bahá’í Gemeinde Erfurt

Über den Autor

Helmut Winkelbach, Bahá’í Gemeinde Erfurt

Helmut, Sekretär und Webmaster der Gemeinde, hatte 1970 den ersten Kontakt mit der Bahá'í-Religion und erklärte sich 1974 zum Bahá'í-Glauben. Über 30 Jahre lebte Helmut in Belarus und half dort die Bahá'í-Gemeinde mit aufzubauen. Seit 2014 lebt er mit seiner Familie in Erfurt. Der interreligiöse Bereich und die Förderung der jungen Generation sind besondere Anliegen von Helmut.

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