Die Prinzipien der Wahrhaftigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Gerechtigkeit

Ein Beitrag zur Besserung der Welt

Unser Bemühen, ein Leben im Sinne von Werten wie Wahrhaftigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Gerechtigkeit auf allen Gebieten menschlichen Handelns zu erstreben und anzuwenden ist ein Beitrag zur Besserung der Welt.

Grundlage für diese Fähigkeiten ist das verbindliche Bemühen darum, auf allen Gebieten menschlichen Handelns nach Wahrhaftigkeit zu streben und diese anzuwenden.

Bahá'u'lláh beschrieb die Vertrauenswürdigkeit als das „weite, breite Tor zur Ruhe und Sicherheit des Volkes,“ und als „das erhabenste Werkzeug für die Wohlfahrt der Welt“.

Wahrhaftigkeit und Vertrauenswürdigkeit erfordern viel mehr als keine Lügen zu erzählen; sie verkörpern die übergreifende Fähigkeit, die Wahrheit selbst zu erkennen, zu schätzen und zu bewahren. Ohne diese spirituellen Eigenschaften ist weder individueller noch sozialer Fortschritt möglich. Gerechtigkeit ist für die Herstellung von Einheit und Harmonie auf allen Ebenen der Gesellschaft von entscheidender Bedeutung, da sie den Maßstab bildet, an dem individuelles Verhalten und gemeinsame Anstrengungen gemessen werden können. Eine Voraussetzung für ein Leben im Dienste der Menschheit ist daher das ständige Bemühen, Wahrhaftigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Gerechtigkeit zu entwickeln und sicherzustellen, dass sie im Denken und Handeln stets präsent sind.

Zu diesem wichtigen Thema finden wir einige Aussagen aus den Bahá'í-Schriften:

In Bahá'u'lláhs Buch 'Brief an den Sohn des Wolfes' lesen wir:

»Wir flehen zu Ihm – gepriesen sei Er –, einem jeden beizustehen, das Wesen der Wahrhaftigkeit zu verkörpern und Ihm nahezukommen. Er ist wahrlich der Herr der Kraft und Macht. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allhörenden, dem Herrn des Wortes, dem Allmächtigen, dem Allgepriesenen.«

Außerdem: »Kein Licht kann sich mit dem der Gerechtigkeit vergleichen. Die Begründung der Ordnung in der Welt und die Ruhe der Völker hängen davon ab.«

Der Mensch trägt die geistigen Eigenschaften wie Vertrauenswürdigkeit - neben Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Großzügigkeit auch als Werte oder Tugenden bezeichnet - in sich und wird dazu angehalten, sie auszuprägen und schließlich sein angelegtes Potenzial zu entfalten bzw. zum Ausdruck zu bringen.

In Bahá'u'lláhs Buch 'Botschaften aus ‘Akká' finden wir folgende Bemerkung zur Vertrauenswürdigkeit:

»In Wahrheit ist ohne sie, heute wie eh und je, nichts von Bestand. Alle Bereiche der Macht, Größe und Wohlfahrt leuchten in ihrem Licht.«

Und zur Gerechtigkeit: »Der Menschen Licht ist die Gerechtigkeit. Löscht es nicht durch die Stürme der Unterdrückung und der Tyrannei. Der Zweck der Gerechtigkeit ist das Zustandekommen von Einheit unter den Menschen. Das Meer göttlicher Weisheit wogt in diesem erhabenen Wort, und alle Bücher der Welt können seine innere Bedeutung nicht fassen.«

Weiterhin: »Zweifellos würde das Antlitz der Erde völlig verwandelt, wenn die von den Wolken der Tyrannei verdunkelte Sonne der Gerechtigkeit ihr Licht über die Menschen ergösse.«

Im Büchlein Bahá'u'lláhs 'Verborgene Worte', die „Quintessenz geistiger Führung aus allen Offenbarungen der Vergangenheit", lesen wir:

»O Sohn des Geistes!

Von allem das Meistgeliebte ist Mir die Gerechtigkeit. Wende dich nicht ab von ihr, wenn du nach Mir verlangst, und vergiss sie nicht, damit Ich dir vertrauen kann. Mit ihrer Hilfe sollst du mit eigenen Augen sehen, nicht mit denen anderer, und durch eigene Erkenntnis Wissen erlangen, nicht durch die deines Nächsten. Bedenke im Herzen, wie du sein solltest. Wahrlich, Gerechtigkeit ist Meine Gabe und das Zeichen Meiner Gnade. So halte sie dir vor Augen.«

Zur Wahrhaftigkeit:

»Wahrhaftigkeit«, bestätigte ‘Abdu’l-Bahá, »ist die Grundlage aller menschlichen Tugenden. Ohne Wahrhaftigkeit sind Fortschritt und Erfolg für jede Seele in allen Welten Gottes ausgeschlossen. Wenn der Mensch diese heilige Eigenschaft erlangt hat, wird er auch alle anderen himmlischen Wesensarten gewinnen.«

Seit den frühen Zeiten der Menschheit sind diese Eigenschaften von den Traditionen gelehrt worden, und im Buch 'Ährenlese aus den Schriften Bahá’u’lláhs' lesen wir dazu:

»Die göttlichen Tugenden und Eigenschaften sind alle klar und offenbar; sie wurden in allen heiligen Büchern erwähnt und beschrieben. Unter ihnen sind Vertrauenswürdigkeit, Wahrhaftigkeit, Reinheit des Herzens in der Zwiesprache mit Gott, Langmut, Ergebenheit in alles, was der Allmächtige verordnet, Zufriedenheit mit allem, was sein Wille bestimmt, Geduld, ja Dankbarkeit inmitten von Leiderfahrungen und vollkommenes Vertrauen auf Ihn in allen Lebenslagen. Nach Gottes Werturteil zählen diese Tugenden zu den höchsten und lobenswertesten aller Taten.«

Mögen diese Worte uns Kraft und Zuversicht verleihen.

 

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Über den Autor
Helmut, Webmaster der Gemeinde, hatte 1970 den ersten Kontakt mit der Bahá'í-Religion und erklärte sich 1974 zum Bahá'í-Glauben. Über 30 Jahre lebte Helmut in Belarus und half dort die Bahá'í-Gemeinde mit aufzubauen. Seit 2014 lebt er mit seiner Familie in Erfurt. Der interreligiöse Bereich und die Förderung der jungen Generation sind besondere Anliegen von Helmut.

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