Die Offenbarung des Báb

Was wissen wir über die Offenbarung des Báb

Wir stellen uns Fragen: War es die soziale Anwendung der Lehren des Báb, welche die Menschen zu Ihm hin zog? War es die Schönheit seiner Schriften? Was waren die großen Schwierigkeiten, unter denen die Manifestationen leiden mussten?

Jede Seele hat eine andere Antwort auf diese Frage, und historische Berichte von frühen Gläubigen sind mit deren Antworten gefüllt. Einer der faszinierenden Beweise der Stufe des Báb ist die Geschwindigkeit, mit der er das Wort Gottes offenbarte. Betrachten wir die folgende Darstellung des spirituell vom Blitz getroffenen Mullá Husayn, als der Báb Seine Mission erklärte:

»Er nahm Seine Feder auf, und mit unglaublicher Schnelligkeit offenbarte Er die ganze Sure Mulk, das erste Kapitel Seines Kommentars zur Josefsure. Die überwältigende Wirkung der Art und Weise, in der Er schrieb, wurde durch die sanfte Intonation Seiner Stimme verstärkt, die Sein Schreiben begleitete. Nicht für einen Moment unterbrach er den Fluss der Verse, die aus Seiner Feder strömten. Kein einziges Mal machte Er eine Pause, bis die Sure von Mulk beendet war. Ich saß verzückt von der Magie Seiner Stimme und der schwungvollen Kraft Seiner Offenbarung.«

Der Báb selbst erklärte im Buch 'Eine Auswahl aus Seinen Schriften', dass die Schnelligkeit, mit der er das offenbarte Wort sprach, nur durch die Fähigkeit seiner Sekretäre eingeschränkt war.

»Ohne Zweifel hat der Allmächtige diese Verse auf Ihn (den Báb) herabgesandt, so wie Er sie auf den Gesandten Gottes herabsandte. Fürwahr, nicht weniger als hunderttausend Verse ähnlich diesen sind schon unter den Menschen verbreitet worden, abgesehen von Seinen Sendschreiben, Seinen Gebeten und Seinen gelehrten und philosophischen Abhandlungen. Er offenbart in einer Zeit von fünf Stunden nicht weniger als tausend Verse. Er spricht Verse so schnell, wie Seine Sekretäre sie niederschreiben können. So lässt sich ermessen, wie groß der Umfang der Schriften gewesen wäre, die Seiner Feder entströmten, wäre Er von Anbeginn dieser Offenbarung bis heute nicht behindert worden.«

Darüber hinaus bezeugt Bahá'u'lláh im 'Buch der Gewissheit' (das 'Kitáb-i-Íqán'):

»Die Verse aber, die aus dieser Wolke göttlicher Gnade geströmt sind, waren so überreich, dass noch niemand imstande war, ihre Zahl zu schätzen. Wohl zwanzig Bände sind jetzt zur Hand. Doch wie viele bleiben uns noch unerreichbar! Wie viele sind geraubt worden und in die Hände des Feindes gefallen, und niemand kennt ihr Schicksal.«

Trotz der Zurückhaltung des Báb, trotz des Verlusts so vieler Texte und trotz der Tatsache, dass Sein Amtszeit so kurz war (es waren nur 6 Jahre im Vergleich zu der 29-jährigen Amtszeit von Bahá'u'lláh), war die Anzahl der Schriften des Báb fast gleich derjenigen, dessen Ankunft Er verkündet hatte.

Der Báb hatte zwei Sekretäre (Siyyid Husayn und Mirza Ahmad), aber Er schrieb auch Verse in Seiner eigenen Handschrift. Der Báb war ein versierter Kalligraph von erlesener Schönheit. In einem Reisebericht 'Auf Pfaden der Gottesliebe' - über den Báb und Seine Zeit beschreibt 'Abdu'l-Bahá ein Exemplar der Schreibkunst des Báb:

»Nun hatte der Siyyid Báb alle Seine Angelegenheiten geregelt, bevor Er von Chihríq nach Tabríz aufbrach, hatte Seine Schriften und selbst Seinen Siegelring und Seinen Federkasten in ein verschließbares Behältnis gelegt, den zugehörigen Schlüssel in einen Umschlag getan und das ganze durch Mullá Báqir, einen Seiner ersten Gefährten, an Mullá Abdu'l-Karím aus Qazvín geschickt. In Qum übergab Mullá Báqir das Treugut in Gegenwart zahlreicher Freunde Mullá 'Abdu'l-Karím. Auf Bitten der Anwesenden öffnete er den Deckel des Kastens und sagte: `Ich habe die Anweisung, dieses Gut Bahá'u'lláh zu bringen. Fragt mich nicht weiter, denn ich kann euch nichts sagen.` Da aber die Freunde ihn hartnäckig drängten, holte er einen langen Sendbrief in blauer Farbe hervor, der sehr anmutig von äußerst feiner und sicherer Hand mit einer schönen, kleinen Shikastih-Schrift bedeckt war, in der Form eines Menschen so dicht beschrieben, daß man meinen konnte, es wäre ein einziger Farbüberzug aus Tinte auf dem Papier. Sie lasen dieses Schreiben [und sahen:] Er hatte dreihundertsechzig Ableitungen des Wortes Bahá niedergeschrieben. Anschließend beförderte Mullá 'Abdu'l-Karím das Treugut an seinen Bestimmungsort.«

Wenn Sie das Internationale Archivgebäude in Haifa, Israel, besuchen, können Sie in der Handschrift des Báb einen „Hakal“ (eine Passage in Form eines fünfzackigen Sterns, ein Symbol für den menschlichen Körper) sehen. Die historische Distanz, die Unfähigkeit, Persisch oder Arabisch zu lesen, und die Unvertrautheit mit kalligrafischen Stilen machen das Betrachten dieses unbezahlbaren Dokuments für uns nicht zu einer überzeugenden Erfahrung, aber es ist immer noch ein wunderschöner Moment. Sobald man von der Wahrheit überzeugt ist, sind auch alle anderen Beweise bemerkenswert. Diese Ursache ist ein Ozean und wir alle tauchen auf unterschiedliche Weise ein - von verschiedenen Ufern und in verschiedene Tiefen, um verschiedene Geheimnisse zu entdecken.

Im Buch von Shoghi Effendi: 'Die Weltordnung Baha'u'llahs' zitierte Shoghi Effendi den Báb bezüglich Seiner Mission: über den, »der nach Mir kommen wird«:

»Immer wieder anerkennt der Báb in glühender, unzweideutiger Sprache den überlegenen Charakter eines Glaubens, der unwiderruflich nach ihm selbst offenbar werden und Seine Sache ersetzen sollte. "Der Keim", so bekräftigt Er im Persischen Bayán, der wichtigsten und besterhaltenen Schatzkammer Seiner Gesetze, "der die Möglichkeiten dieser bald kommenden Offenbarung, in sich birgt, ist mit einer Macht ausgestattet, die den vereinten Kräften aller, die Mir folgen, überlegen ist." "Von allen Tributen", verkündet der Báb wiederholt in Seinen Schriften, "die Ich Ihm gezollt habe, der nach Mir kommen wird, ist der größte Mein schriftliches Bekenntnis, dass keines Meiner Worte Ihn angemessen beschreiben, keine Anspielung auf Ihn in Meinem Buche, dem Bayán, Seiner Sache Gerechtigkeit widerfahren lassen kann."«

In Bahá'u'lláhs Heiligstem Buch, dem 'Kitáb-i-Aqdas', lesen wir über die Offenbarung des Báb:

»Der Báb musste, um die Unabhängigkeit dieser neuen Offenbarung unter Beweis zu stellen und das Feld für die nahende Offenbarung Bahá'u'lláhs zu bestellen, strenge Gesetze erlassen, auch wenn die meisten von ihnen niemals in Kraft waren. Allein die Tatsache, dass Er sie offenbarte, war schon ein Beweis für die Unabhängigkeit Seiner Offenbarung, der ausreichte, um weit und breit Unruhe zu erzeugen und den Widerstand des Klerus so zu provozieren, dass dieser schließlich den Märtyrertod des Báb bewirkte."«

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Über den Autor
Helmut, Webmaster der Gemeinde, hatte 1970 den ersten Kontakt mit der Bahá'í-Religion und erklärte sich 1974 zum Bahá'í-Glauben. Über 30 Jahre lebte Helmut in Belarus und half dort die Bahá'í-Gemeinde mit aufzubauen. Seit 2014 lebt er mit seiner Familie in Erfurt. Der interreligiöse Bereich und die Förderung der jungen Generation sind besondere Anliegen von Helmut.

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