Immer auf das Gute sehen und nicht auf die Fehler

Das wirkliche Leben zu leben heißt:

Nie die Ursache des Kummers für irgendjemanden werden. Gütig sein gegen alle Menschen und sie mit reinem Geiste lieben. Etwaige Widerstände und Beleidigungen geduldig ertragen und so freundlich wie möglich sein. Auch über Trübsale, selbst wenn sie im höchsten Maße über uns kommen, sich freuen, weil sie Gnade und Gunst Gottes sind. Über die Fehler anderer schweigen, für sie beten und ihnen aufs freundlichste behilflich sein, ihre Fehler abzulegen.

Immer auf das Gute sehen und nicht auf die Fehler.

Esslemont zitiert Abdu'l-Bahá in seinem Buch 'Bahá'u'lláh und das neue Zeitalter':

»Wenn ein Mensch zehn gute und eine schlechte Eigenschaft hat, so blicke nur auf die zehn guten und nicht auf die eine schlechte; hat er aber zehn schlechte und eine gute Eigenschaft, so sieh nur auf die eine gute, nicht auf die zehn schlechten.

Sich nie erlauben, ein unfreundliches Wort über einen anderen zu sprechen, selbst wenn er unser Feind wäre. Alles, was wir tun, in Freundlichkeit vollbringen.«

Können wir unsere Herzen von uns selbst und von der Welt lösen, demütig sein, den anderen dienen und uns stets geringer achten als irgendeinen andern Menschen. Sein wie eine Seele in vielen Körpern, denn je mehr wir einander lieben, desto näher sind wir Gott.

Daher ist zu bedenken, dass unsere Liebe, unsere Einigkeit und unser Gehorsam nicht in Worten allein, sondern in der Wirklichkeit bestehen müssen.

Wir sollten mit Vorsicht und Weisheit handeln, wahrhaftig sein, gastfreundlich sein, ehrerbietig sein. Ein Arzt sein für die Kranken, ein Tröster für die Betrübten, ein erquickendes Wasser für die Durstigen, ein himmlisches Mahl für die Hungrigen, ein Führer für die Irrenden, ein Stern für jeden Horizont, ein Licht für jede Lampe, ein Herold für alle, die auf das Königreich Gottes warten.

Bahá'u'lláh schreibt im Büchlein: 'Die Verborgenen Worte':

»O ihr Auswanderer!

Die Sprache bestimmte Ich zu Meinem Gedenken, besudelt sie nicht mit übler Nachrede. Übermannt euch das Feuer des Selbstes, so gedenkt eurer eigenen Fehler und nicht der Fehler Meiner Geschöpfe; denn ein jeder kennt sich selbst besser als die anderen.«

An anderer Stelle schreibt Er:

»Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten.«

Was gibt uns die Kraft so positiv und voller Geduld durchs Leben zu gehen?

Ist es das Gebet, wie Abdu’l–Bahá darlegt?

»Mache unsere Schritte fest auf Deinem Pfad, o Herr, und stärke unsere Herzen in Deinem Gehorsam. Wende unser Angesicht der Schönheit Deiner Einzigkeit zu und erfreue unser Herz mit den Zeichen Deiner göttlichen Einheit. Schmücke unseren Leib mit dem Gewande Deiner Großmut, nimm uns den Schleier der Sündhaftigkeit von den Augen und reiche uns den Kelch Deiner Gnade, damit das innerste Wesen aller Geschöpfe vor dem Anblick Deiner Größe Dein Lob singe. Offenbare Dich dann, o Herr, durch Dein barmherziges Wort und das Geheimnis Deines göttlichen Seins, auf dass mit heiliger Inbrunst das Gebet unsere Seele erfülle, ein Gebet, das sich erhebe über Worte und Buchstaben und hinauswachse über das Gemurmel von Silben und Tönen, bis alle Dinge vor der Offenbarung Deines Glanzes in ein Nichts versinken.«

In der 'Ährenlese' von Bahá'u'lláh lesen wir:

»Es ist Unser Wunsch und Verlangen, dass jeder von euch zu einem Quell alles Guten unter den Menschen und zu einem Beispiel der Aufrichtigkeit für die Menschheit werde. Hütet euch, dass ihr euch selbst nicht euerem Nächsten vorzieht. Richtet eueren Blick auf Ihn, den Tempel Gottes unter den Menschen. Er hat in Wahrheit Sein Leben als Lösegeld für die Erlösung der Welt dargebracht. Er ist wahrlich der Allgütige, der Gnädige, der Höchste. Wenn es unter euch zu Meinungsverschiedenheiten kommt, seht Mich vor euerem Angesicht stehen und überseht gegenseitig euere Fehler um Meines Namens willen und als ein Zeichen euerer Liebe zu Meiner offenbaren, strahlenden Sache. Wir wünschen, euch allezeit in Freundschaft und Eintracht im Paradiese Meines Wohlgefallens miteinander verkehren zu sehen und aus eueren Taten den Duft der Freundlichkeit und Einigkeit, der Güte und Gemeinschaft zu verspüren. So rät euch der Allwissende, der Getreue. Wir werden immer mit euch sein. Wenn Wir den Duft euerer Gemeinschaft verspüren, wird sich Unser Herz gewiss freuen, denn nichts anderes kann Uns genügen. Dies bezeugt jeder wahrhaft Verstehende.«

Ich hoffe, dass diese Zeilen euch helfen immer auf das Gute zu sehen und nicht auf die Fehler, hiermit einander Mut und Vertrauen zu geben und somit ein Teil der Verbesserung der Welt zu sein.

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Helmut Winkelbach, Bahá’í Gemeinde Erfurt

Über den Autor

Helmut Winkelbach, Bahá’í Gemeinde Erfurt

Helmut, Sekretär und Webmaster der Gemeinde, hatte 1970 den ersten Kontakt mit der Bahá'í-Religion und erklärte sich 1974 zum Bahá'í-Glauben. Über 30 Jahre lebte Helmut in Belarus und half dort die Bahá'í-Gemeinde mit aufzubauen. Seit 2014 lebt er mit seiner Familie in Erfurt. Der interreligiöse Bereich und die Förderung der jungen Generation sind besondere Anliegen von Helmut.

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