Ayyám-i-Há – Die Tage jenseits der Zeit

Ayyám-i-Há – Die Eingeschobenen Tage

Am 25. Februar treten wir in eine magische Reihe von Tagen ein, genannt mit dem mystischen Wort "Ayyám-i-Há".

Ayyám-i-Há beginnt dieses Jahr am Abend des 25. Februar und endet am 1. März bei Sonnenuntergang.

Über diese Zeit schreibt Bahá'u'lláh: 

"Das Volk Bahás sollte während dieser Tage sich, den Verwandten und auch den Armen und Bedürftigen Festmahle bereiten, den Herrn mit jubelnder Freude preisen und verherrlichen, Sein Lob singen und Seinen Namen erhöhen."

Aber was bedeuten die Tage von Ayyám-i-Há für jeden von uns?

Und wie viel wissen wir über diese Tage? Vielleicht hilft der Rückgriff auf die Geschichte unseres Glaubens, ihre Bedeutung und Position besser zu verstehen und seinen einzigartigen Geist zu schätzen, jeder Versuchung zu widerstehen, es zu einem "Weihnachtsäquivalent" zu machen, und einige seiner schönen und mystischen symbolischen Bedeutungen zu entdecken.

Der Bahá'í-Kalender mit 19 Monaten von 19 Tagen benötigt 4 Tage (5 in Schaltjahren), um einem Sonnenjahr zu entsprechen. Diese werden auch "eingeschobene" Tage genannt. Bahá'u'lláh nannte sie im 'Kitáb-i-Aqdas' und spezifizierte ihren Platz im Jahr:

"Legt des Jahres überzählige Tage vor den Fastenmonat. Wir bestimmten, dass diese Tage und Nächte die Offenbarungen des Buchstabens Há seien; so werden sie nicht begrenzt vom Jahr und seinen Monaten... Und wenn sich diese Tage des Gebens, die der Zeit der Enthaltsamkeit vorangehen, zu Ende neigen, dann beginne es mit dem Fasten. So hat es der Herr der ganzen Menschheit geboten... Er ist wahrlich der Allmächtige, der Großzügigste."

Im Shí'ah Islam gibt es ein schönes Gebet, das gewöhnlich während des Fastens im Monat Ramadan gelesen wird, in dem Gott mit seinem Namen angesprochen wird. In diesem Gebet gibt es 19 Anrufe, von denen jeder einen der Namen Allahs erwähnt und der erste ist der Name von "Bahá" (Herrlichkeit, Glanz).

Der Báb übernahm diese Namen in der gleichen Reihenfolge für die 19 Kalendermonate ("Glanz", "Herrschaft", "Hoheit", "Ergebenheit", "Ruhm", "Schönheit", "Größe", "Licht", "Erbarmen", "Worte", "Vollkommenheit", "Namen", "Würde", "Wille", "Wissen", "Macht", "Sprache", "Fragen", "Ehre"). Später setzte Bahá'u'lláh fest, dass der Kalender auf das Jahr 1844 zurückgeht (das Jahr der Erklärung des Báb). Interessanterweise sind die Tage der Woche im Badí-Kalender (welcher jetzt der Bahá'í-Kalender geworden ist) auch nach den Eigenschaften Gottes benannt.

Wie in Seinem Gebet für Ayyám-i-Há stellt Bahá'u'lláh diese "Tage des Gebens" der "Zeit der Enthaltsamkeit", also des Fastens gegenüber. Ayyám-i-Há ist teilweise als geistige Vorbereitung auf das Fasten gedacht, als Erinnerung an seine Annäherung und als Weg, die Loslösung von materiellen Dingen zu fördern, welche für das Fasten so notwendig sind.

Die mystische Bedeutung

Nach dem Kitab-i-Aqdas sind die Ayyám-i-Há die "Tage des (Buchstaben) Há", der als heiliger Buchstabe und Träger der "Essenz Gottes" gesehen wird. "Há" ist der arabische Buchstabe, welcher dem deutschen "H" entspricht, und einer der drei arabischen Buchstaben, die das Wort "Bahá" bilden. Sowohl Bahá'u'lláh als auch der Báb folgten der arabischen Tradition, Buchstaben Zahlen zuzuordnen und beiden spirituelle Bedeutungen zu geben. Der numerische Wert von "Há" ist 5, die Summe der numerischen Werte der Buchstaben in "Báb" und die maximale Anzahl von Schalttagen ist auch 5.

Aber es stellt sich heraus, dass der Buchstabe "Há" viele interessante Symbole in sich birgt.

"Há" ist auch der erste Buchstabe eines arabischen Pronomens, das üblicherweise in arabischen religiösen Schriften verwendet wird, um sich auf Gott oder "die göttliche Essenz" zu beziehen. Der Buchstabe "Ha" selbst wurde als Symbol für die "Essenz Gottes" verwendet und wurde zum Gegenstand vieler Werke auf Arabisch, die sich der Entschlüsselung ihrer Geheimnisse widmeten.

So kann an Ayyám-i-Há als an die Tage jenseits der Zeit gedacht werden, als Tage, welche die Ewigkeit, Unendlichkeit und die geheimnisvolle und unerkennbare Essenz Gottes selbst symbolisieren. Die Kontemplation über die Namen und Eigenschaften Gottes hilft uns unser Fest, die Tage von Ayyám-i-Há, noch viel reicher zu machen, "den Herrn mit jubelnder Freude zu preisen und zu verherrlichen, Sein Lob zu singen und Seinen Namen zu erhöhen."

Dieses Thema ist ziemlich umfangreich und dieser Artikel hat nicht das Ziel, es weiter zu entwickeln. Es sollte jedoch jeden von uns anregen über den Begriff "Bahá'í-Kultur" und seine Bestandteile nachzudenken.

@ Neue Blog Artikel via E-Mail abonnieren

Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an, um Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Helmut Winkelbach, Bahá’í Gemeinde Erfurt

Über den Autor

Helmut Winkelbach, Bahá’í Gemeinde Erfurt

Helmut, Sekretär und Webmaster der Gemeinde, hatte 1970 den ersten Kontakt mit der Bahá'í-Religion und erklärte sich 1974 zum Bahá'í-Glauben. Über 30 Jahre lebte Helmut in Belarus und half dort die Bahá'í-Gemeinde mit aufzubauen. Seit 2014 lebt er mit seiner Familie in Erfurt. Der interreligiöse Bereich und die Förderung der jungen Generation sind besondere Anliegen von Helmut.

Mehr Beiträge dieses Autors

Einen Kommentar schreiben





Durch das Anhaken der Checkbox erlaube ich www.erfurt-bahai.de die Speicherung meiner Daten um die Übersicht über Kommentare zu behalten und Missbrauch zu verhindern. Mit dem Absenden dieses Kommentars werden Name, E-Mail, Kommentar, URL und Zeitstempel in einer Datenbank gespeichert. Sie können Ihre Kommentare natürlich später jederzeit wieder löschen lassen. Detaillierte Informationen hierzu wie auch zur Nutzung von Google reCAPTCHA finden Sie in der Datenschutzerklärung.

* Diese Felder sind erforderlich.

Kommentare

Keine Kommentare