5 Schritte zum Ende von Krieg und Klimawandel

5 Schritte zum Ende von Krieg und Klimawandel: Einheit kommt vor Allem

Als Bahá'u'lláh, der Gründer und Prophet des Bahá'í-Glaubens, 1863 seine Offenbarung an die Welt verkündete, sagte Er, zitiert in dem Buch 'Ährenlese'. Eine Auswahl aus den Schriften Bahá'u'lláhs:

»O Volk Gottes! Befasst euch nicht rastlos mit eueren eigenen Belangen! Lasst euere Gedanken fest auf das gerichtet sein, was das Glück der Menschheit wiederherstellen und der Menschen Herzen und Seelen heiligen wird. Am besten kann dies durch reine und heilige Taten, durch ein Leben der Tugend und durch edles Betragen vollbracht werden.«

»O Freunde! Es geziemt euch, eure Seele zu erquicken und wiederzubeleben durch die gnädigen Gunstbeweise, die in dieser göttlichen, dieser herzerquickenden Frühlingszeit auf euch herabströmen. … Lasst eueren Blick weltumfassend sein, anstatt ihn auf euer Selbst zu beschränken.«

»Es ist in dieser Zeit eines jeden Menschen Pflicht, sich fest an das zu halten, was das Wohl aller Völker und gerechten Regierungen fördert und ihre Stufe erhöht. Durch jeden einzelnen Vers, den die Feder des Höchsten offenbart hat, sind die Tore der Liebe und Einigkeit erschlossen und weit vor den Augen der Menschen aufgetan. Wir haben zuvor erklärt - und Unser Wort ist die Wahrheit: "Verkehret mit den Anhängern aller Religionen im Geiste des Wohlwollens und der Brüderlichkeit."«

Diese altruistischen Anweisungen von Bahá'u'lláh führen Bahá'í auf der ganzen Welt. Wir Bahá'í versuchen, sie so zu behandeln, wie jeder Anhänger eines Propheten Gottes ein Gebot von Moses oder Buddha oder Christus behandeln würde: nicht als bloße Suggestionen, sondern als Wegweiser für unser Leben.

Wenn wir versuchen, diese fünf Bahá'í-Prinzipien auf ihre Essenz zurückzuführen, könnten sie so aussehen:

  1. Sich nicht auf sich selbst, sondern auf die Menschheit als Ganzes konzentrieren.
  2. Bedenken, was Bahá'u'lláh sagte: »Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger.«
  3. Eine weltumfassende Vision einnehmen.
  4. Die Interessen aller Nationen und gerechten Regierungen fördern.
  5. Handeln, als wären die Religionen "eine Religion" - weil sie es im Kern sind.

Bahá'í versuchen ihr Bestes, um diese Dinge zu tun - als Weltbürger zu handeln, engagiert in der realen und manchmal chaotischen Aufgabe, diesen Planeten zu einem besseren Ort für eine vereinte Menschheit zu machen. Bahá'í glauben fest und stark, dass wir Fortschritte in Richtung dieses Ziels machen; und dass wir schneller vorankommen werden, wenn mehr Menschen diese Vision teilen und mit uns diesen Weg gehen und uns dabei helfen.

Aber wie kommen wir dorthin? Bahá'í beteiligen sich nicht an den Spaltungen und Debatten, die in der Parteipolitik wüten, und glauben nicht, dass die alten Regierungssysteme uns retten werden. Stattdessen glauben Bahá'í an die enorme Kraft der Einheit - religiöse Einheit, rassen-übergreifende Einheit, die Einheit von Wissenschaft und Religion, die ultimative Einheit der Menschheit und die globale Einheit der Nationen.

Mit diesem Glauben engagieren sich Bahá'í jeden Tag, in jeder Bahá'í-Gemeinde auf der ganzen Welt, für den Aufbau der Einheit. Wir beteiligen uns an Aktivitäten, die Harmonie, Frieden, Liebe und Interaktion zwischen den Rassen, den Religionen, den Nationen und den Völkern der Welt bewirken. Wir tun das, weil Bahá'u'lláh sagte, dass die Einheit tatsächlich dem Frieden vorausgeht:

»Die Wohlfahrt der Menschheit, ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, wenn und ehe nicht ihre Einheit fest begründet ist.«

Normalerweise denken die Leute anders herum, oder? Die konventionelle Weisheit besagt, dass wir zuerst versuchen sollten, Kriege und Umweltzerstörung zu stoppen, und dann können wir vielleicht langsam zu einem besseren Gefühl der Einheit finden. Das Ideal der Einheit scheint für viele Menschen entmutigend und unerreichbar zu sein, vielleicht weil es eher ein ultimatives als ein unmittelbares Ziel vermittelt.

Wir Bahá'í sehen das anders. Stattdessen sagen die Bahá'í-Lehren, dass die Einheit selbst die Voraussetzung für Frieden, Nachhaltigkeit und Harmonie ist. Einheit kommt zuerst.

Warum? Weil unsere Welt sich in eine Nachbarschaft verwandelt hat. Wir sind nicht länger eine weit verstreute Sammlung von zufälligen und disparaten Völkern und Ländern. Wir können in weniger als einem Tag an jeden Punkt des Planeten reisen. Wir können skypen, wir können per Facebook, oder per WhatsApp sofort und überall hin kommunizieren. Unsere Volkswirtschaften sind untrennbar miteinander verbunden - wenn eine Börse zusammenbricht, folgen andere. Unsere Ideen, unsere Technologie, unsere Diplomatie, unsere Waren und Dienstleistungen, unser Handelsfluss, unsere globalen Migrationen, unser Zusammenspiel von Kulturen, unsere Filme, unsere Literatur, unsere Musik und unsere Kunst - sie alle werden eins. Unsere voneinander abhängige Welt hat sich vereint, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, und trotzdem funktionieren wir immer noch so, als wären wir eine ungleiche Sammlung souveräner Länder des 18. Jahrhunderts. Jetzt nicht mehr - so geht es nicht länger! Die Realität hat dieses alte Paradigma überwunden, und natürlich gehört die Zukunft jenen, die die Realität klar erkennen und eine Vision von einem neuen Leitbild haben.

Was also ist die Lösung vor einer Kriegs- und Umweltkatastrophe? Ist es mehr Politik als gewöhnlich, mehr spaltende und scharfe Rhetorik, sind es mehr Konflikte und bewaffnete Tötungen? Nein. Das hat bisher nicht funktioniert, und es wird nicht funktionieren, wenn man plant vorwärts zu gehen. Wir werden niemals eine regionalisierte, auf Nationen basierende Lösung für unsere planetarischen Probleme finden. Wir brauchen eine einheitliche globale Anstrengung, um weltweite Veränderungen herbeizuführen.

Es erfordert die Anstrengung jedes Einzelnen: wir können es tun - gemeinsam mit dir.

»Das Wort Gottes ist eine Lampe, deren Licht der Satz ist: ihr seid die Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zweiges. Verkehrt miteinander in inniger Liebe und Eintracht, in Freundschaft und Verbundenheit. Er, die Sonne der Wahrheit, bezeugt Mir: So machtvoll ist das Licht der Einheit, dass es die ganze Erde erleuchten kann.«

»Wir wünschen, euch allezeit in Freundschaft und Eintracht im Paradiese Meines Wohlgefallens miteinander verkehren zu sehen und aus eueren Taten den Duft der Freundlichkeit und Einigkeit, der Güte und Gemeinschaft zu verspüren.«

»Das Wort Gottes hat das Herz der Welt in Brand gesetzt; wie bedauerlich, wenn ihr versäumt, euch an seiner Flamme zu entzünden! So Gott will, werdet ihr in dieser gesegneten Nacht die Macht der Einheit sehen, euere Seelen miteinander verbinden und beschließen, euch mit dem Schmuck eines guten und lobenswerten Charakters zu schmücken.«

 

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Helmut Winkelbach, Bahá’í Gemeinde Erfurt

Über den Autor

Helmut Winkelbach, Bahá’í Gemeinde Erfurt

Helmut, Sekretär und Webmaster der Gemeinde, hatte 1970 den ersten Kontakt mit der Bahá'í-Religion und erklärte sich 1974 zum Bahá'í-Glauben. Über 30 Jahre lebte Helmut in Belarus und half dort die Bahá'í-Gemeinde mit aufzubauen. Seit 2014 lebt er mit seiner Familie in Erfurt. Der interreligiöse Bereich und die Förderung der jungen Generation sind besondere Anliegen von Helmut.

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