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Abdu'l-Bahá

Vorbilder der Treue

Vorbilder der Treue

Eine Erinnerungen an 69 frühe Gläubige.

Abdu'l-Bahás kurze Lebensbeschreibung vorbildlicher Bahá'í der ersten Jahrzehnte ist ein Brevier rechten Lebens. Die Sammlung entstand 1915, im vom Krieg isolierten Haifa, aus Erzählungen 'Abdu'l-Bahás im Kreise der Freunde. Dieses Buch berichtet von Menschen, die eher ins Gefängnis zu kommen als ihm zu entgehen suchten, denn sie waren Gefangene einer großen Liebe. Ihre Liebe galt Bahá'u'lláh, den die Welt des neunzehnten Jahrhunderts in Ketten legte und zum Schweigen zu bringen suchte, indem sie Ihn schließlich in der Kreuzfahrerfeste 'Akká einkerkerte.

Vorwort

Dieses Buch berichtet von Menschen, die eher ins Gefängnis zu kommen als ihm zu entgehen suchten, denn sie waren Gefangene einer großen Liebe. Ihre Liebe galt Bahá’u’lláh, den die Welt des neunzehnten Jahrhunderts in Ketten legte und zum Schweigen zu bringen suchte, indem sie Ihn schließlich in der Kreuzfahrerfeste ‘Akká einkerkerte. Wie das stille Auge eines Wirbelsturms steht Er im Mittelpunkt dieser Berichte, wenn Er auch kaum in ihnen auftritt – Er bleibt, wie Shoghi Effendi es beschrieben hat, »erhaben in Seiner Majestät, würdevoll, ehrfurchtgebietend, unnahbar herrlich«.

Der Leser wird sich vielleicht in diesen Seiten wiederfinden, in dem Juwelier von Baghdád, in einem Tellerwäscher oder in dem Professor, der den Hochmut seiner Standesgenossen nicht länger tragen konnte. Mystiker, Frauenrechtlerinnen, Geistliche, Künstler, Kaufleute und Priester treten auf. Sogar die westliche Jugend von heute findet man hier, zum Beispiel in den Geschichten über Derwische. Denn dies ist mehr als eine Sammlung kurzer Lebensbeschreibungen früher Bahá’í, es ist gewissermaßen eine Sammlung von Prototypen, eine Art Testament von Werten, die ‘Abdu’l-Bahá, selbst das vollkommene Beispiel, uns anvertraut und hinterlassen hat, Werte, die man heute verlacht, die aber unerläßlich sind, wenn die Erde für die Menschheit bewohnbar und sicher werden soll. Es sind kurze, einfache Berichte, aber sie bilden einen Leitfaden für die Kunst zu leben und zu sterben.

Die Aufgabe, diese Biographien ins Englische zu übersetzen, wurde mir vom Hüter übertragen, als ich vor vielen Jahren auf Pilgerreise im Bahá’í-Weltzentrum in Haifa war. Der Hüter sandte mir bald darauf den Text, aus dem zu übersetzen war, nach Ṭihrán.

Es war, wie die persische Titelseite zeigt, das erste Bahá’í-Buch, das während der Amtszeit des Hüters in Haifa gedruckt wurde. Der persischen Einleitung zufolge schrieb ‘Abdu’l-Bahá das Buch 1915 und gab M. A. Kahrubá’í die Erlaubnis zur Veröffentlichung. Der Druck ist 1924 datiert und trägt das Siegel der Bahá’í-Gemeinde Haifa. Eine zweite Titelseite auf englisch beschreibt das Buch als »einen Bericht aus der Feder ‘Abdu’l-Bahás über das Leben einiger früher Bahá’í, die zu Seinen Lebzeiten verstarben«, wenngleich das Werk eigentlich nach mündlichen Äußerungen ‘Abdu’l-Bahás aufgezeichnet wurde.

So ist lange nach Seinem Hinscheiden der Welt mit dieser Übersetzung ein neues Buch ‘Abdu’l-Bahás geschenkt. Wer von uns hätte wohl am Ende eines unglaublich schweren, mühseligen Lebens die verbleibende Zeit nicht den persönlichen Erinnerungen, sondern dem Leben von rund siebzig Gefährten, deren viele schon längst gestorben waren, gewidmet, um sie dem Vergessen zu entreißen? Bei vielen der beschriebenen Ereignisse war ‘Abdu’l-Bahá selbst zugegen, aber Er tritt immer wieder zurück, um einen Gefährten ins Licht zu rücken, oftmals einen so demütigen, dass die verstreichende Zeit ihn sicher dem Vergessen anheimgegeben hätte. Und wenn diese Gläubigen dem Spötter bessere Menschen zu sein scheinen als gewöhnliche Sterbliche, sollten wir daran denken, dass es die Gegenwart der Manifestation Gottes war, die sie so werden ließ, und dass sie durch die Augen des Meisters gesehen sind, der sagt, dass das unvollkommene Auge Unvollkommenheiten sieht und dass es leichter ist, Gott wohlzugefallen als den Menschen.

So ist dieses Buch ein weiteres Zeichen für ‘Abdu’l-Bahás Liebe zur Menschheit. Die Liebe, die Er verkörperte, war nicht blind, sondern aufmerksam, nicht unpersönlich, sondern herzlich und zart, sie war die stete Zuwendung einer unaufdringlichen Fürsorge. Solche Liebe einer solchen Persönlichkeit endet nicht mit dem zeitlichen Leben. Er verließ diese Welt vor langer Zeit und viele von denen, die Ihn so liebten, dass Übelwollende sagten, sie seien keine Bahá’í sondern ‘Abdu’l-Bahá’í, sind unseren Blicken entschwunden. ‘Abdu’l-Bahás Liebe aber bleibt; alle können sie finden.

Marzieh Gail
 

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