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Bahá’u’lláh

Anspruch und Verkündigung
Anspruch und Verkündigung

Sendbriefe Bahá'u'lláhs aus Adrianopel und Akká, u.a. an die Könige und Herrscher der Welt. 

Das Buch Anspruch und Verkündigung ist eine Sammlung von fünf weiteren Offenbarungstexten Baha’u’llahs, dem Religionsstifter der Bahá'í. Es sind die deutschen Übersetzungen der Sure vom Tempel, der Sure an den Herrscher, der Tafel an den Herrscher, der Tafel von Fu’ád und der Sure an die Könige.

»Wir wünschen nur das Wohl der Welt und das Glück der Völker, dennoch hält man Uns für Anstifter von Streit und Aufruhr, die Gefangenschaft und Verbannung verdienen… Wir wünschen, daß alle Völker in einem Glauben vereint und alle Menschen Brüder werden, daß das Band der Liebe und Einigkeit zwischen den Menschenkindern gestärkt werde, daß Religionsverschiedenheit zu einem Ende komme und die Unterschiede, welche zwischen den Rassen gemacht werden, aufhören – was ist nun Schlimmes hieran? … Aber trotz all dem wird es dahin kommen: diese fruchtlosen Kämpfe, diese zerstörenden Kriege werden beendet werden, und der ›Größte Friede‹ wird kommen… Aber dennoch sehen Wir eure Könige und Regenten die Schätze ihrer Länder mehr auf die Zerstörung der menschlichen Rasse verwenden als darauf, was zum Glück der Menschheit führen würde … Diese Kämpfe, dieses Blutvergießen und diese Zwietracht müssen aufhören, alle Menschen müssen sein, als ob sie einem Geschlecht und einer Familie angehörten… Es rühme sich kein Mensch dessen, daß er sein Land liebt, sondern eher dessen, daß er das ganze Menschengeschlecht liebt …«
Bahá’u’lláh

Vorwort

In den Jahren nach der Ankunft Bahá’u’lláhs in Edirne erreichte Seine Offenbarung mit der Verkündigung Seiner Botschaft an die Könige und Herrscher der Welt »ihren Zenit«. Während dieser relativ kurzen, doch stürmischen Phase in der Geschichte des Glaubens wie auch in den ersten Jahren nach Seiner Verbannung in die Gefängnisstadt ‘Akká (1868), rief Er die Könige aus Ost und West in ihrer Gesamtheit – und einige davon auch persönlich – dazu auf, den Tag Gottes zu erkennen und den Verheißenen der Religionen und heiligen Schriften anzuerkennen, zu denen sich die Empfänger Seines Aufrufes bekannten. »Niemals seit Anbeginn der Welt«, stellt Bahá’u’lláh fest, »ist Gottes Botschaft so öffentlich verkündet worden.«

Der vorliegende Band bietet die erste vollständige, autorisierte Übersetzung dieser bedeutenden Schriften, darunter die vollständige Súriy-i-Haykal, die Sure vom Tempel, eines der herausforderndsten Werke Bahá’u’lláhs. Dieser Text wurde zunächst während Seiner Verbannung in Edirne offenbart und ein weiteres Mal nach Seiner Ankunft in ‘Akká. In diese Version integrierte Er die Botschaften an einzelne Herrscher – an Papst Pius IX., Napoleon III., Zar Alexander II., Königin Viktoria und Náṣiri’d-Dín Sháh.

Diese zweite Fassung ließ Bahá’u’lláh kurz nach ihrer Fertigstellung in Gestalt eines Pentagramms niederschreiben, eine Form, die den Tempel des Menschen symbolisiert. Als Abschluß fügte Er folgende Worte hinzu, »welche die Bedeutung enthüllen, die Er diesen Botschaften beimaß, die Er auf die Prophezeiungen des Alten Testaments bezieht«:

»Also haben Wir den Tempel erbaut mit den Händen der Kraft und Macht – könntet ihr das doch erkennen! Dies ist der euch im Buche verheißene Tempel. Nahet ihm! Dies ist, was euch frommt – könntet ihr das doch verstehen! Seid gerecht, o Völker der Welt! Welchem Tempel gebührt der Vorzug, diesem oder einem aus Stein? Richtet euer Angesicht auf Ihn! Also wurde es euch von Gott befohlen, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden.«

Während der letzten Jahre Seiner Sendung bereitete Bahá’u’lláh selbst erstmals die endgültige Version einiger Seiner Hauptwerke zur Veröffentlichung vor. Dabei kam der Súriy-i-Haykal ein besonderer Rang zu.

Von den in sie inkorporierten Texten verdient einer besondere Erwähnung. Der Lawḥ-i-Sulṭán, die Tafel an Náṣiri’d-Dín Sháh, Bahá’u’lláhs umfangreichstes Sendschreiben an einen einzelnen Herrscher, wurde in den Wochen unmittelbar vor Seiner Verbannung nach ‘Akká offenbart. Sie wurde dem Herrscher von Badí‘, einem siebzehnjährigen Jüngling, überbracht, der Bahá’u’lláh gebeten hatte, Ihm dienen zu dürfen. Badí‘ errang so die Krone des Märtyrertums, das seinen Namen unsterblich machte. Die Tafel enthält die bekannte Passage, die die Umstände beschreibt, unter denen der Ruf Gottes Bahá’u’lláh erreichte, und die Wirkung, die von ihm ausging. Hier finden wir auch Sein unmißverständliches Angebot, in Gegenwart des Schah mit muslimischen Geistlichen, die sich als bevollmächtigte Hüter der Botschaft des Koran sehen, zusammenzutreffen und vor ihnen jeden gewünschten Beweis für die neue Offenbarung zu erbringen. Dies war eine Prüfung ihrer geistigen Integrität, die sie jedoch nicht bestanden.

Im vorliegenden Buch findet sich auch die erste vollständige Übersetzung der Súriy-i-Mulúk, der Sure an die Könige, »dem bedeutendsten Sendschreiben, in dem Bahá’u’lláh sich erstmals an die Gesamtheit der Herrscher in Ost und West wendet«. Sie legt das Wesen Seiner Sendung dar, wie auch den Maßstab der Gerechtigkeit, dem jegliche Machtausübung an diesem Tage Gottes genügen muß: »Fürchtet Gott, o Könige der Erde, und hütet euch, die Grenzen zu überschreiten, die der Allmächtige gesetzt hat. Haltet die Gebote, die euch in Seinem Buche gegeben sind, und übertretet sie nicht. Seid wachsam, damit ihr niemandem Unrecht zufügt, und sei es auch so gering wie ein Senfkorn. Beschreitet den Pfad der Gerechtigkeit, denn dieser ist wahrlich der gerade Pfad.«

Diese Tafel führt in einige der großen Themen ein, die während der folgenden zweieinhalb Dekaden im Schrifttum Bahá’u’lláhs eine herausragende Stellung einnehmen sollten: Die Pflicht derer, in deren Hände Gott die Staatsgewalt legte, gerecht zu regieren; die Notwendigkeit, Rüstungsausgaben zu senken und Konflikte zwischen den Nationen beizulegen; und die Last übermäßiger Abgaben zu mindern, da sie zur Verarmung der Bevölkerung führen.

Zu den wichtigsten Aussagen im majestätischen Aufruf Bahá’u’lláhs an die Könige und Herrscher der Welt schreibt Shoghi Effendi: »Die Vielfalt und Weite der behandelten Themen, die zwingende Kraft der Argumentation, die Erhabenheit und Kühnheit der Sprache fesseln unsere Aufmerksamkeit und erstaunen unseren Geist. Kaiser, Könige und Fürsten, Kanzler und Minister, der Papst, Priester, Mönche und Philosophen, die Vertreter der Wissenschaft, Parlamentarier und Abgeordnete, die Reichen auf Erden, die Anhänger aller Religionen und das Volk von Bahá – sie alle sind in den Wirkungsbereich des Urhebers dieser Botschaften einbezogen und erhalten, nach Wert und Verdienst, die Ratschläge und Ermahnungen, die ihnen gebühren. Nicht minder erstaunlich ist die Vielfalt der Themen, die in diesen Tafeln berührt werden. Die alles überragende Majestät und Einheit eines nicht erkennbaren, unnahbaren Gottes wird herausgestellt, die Einheit Seiner Gesandten nachdrücklich verkündet. Die Einzigartigkeit, die Universalität und das Potential des Bahá’í-Glaubens werden hervorgehoben, Zweck und Wesen der Bábí-Offenbarung dargelegt.«

Die folgende Zusammenfassung richtet das Augenmerk auf die gesellschaftlichen Verhältnisse, für deren verheerenden Zustand Bahá’u’lláh vor allem die Eliten verantwortlich macht: »Bewegende, wundersame Begebenheiten zu verschiedenen Zeiten Seines Wirkens werden geschildert. Die Vergänglichkeit von weltlichem Pomp, von Ruhm, Reichtum und irdischer Herrschaft wird wiederholt und klar vor Augen geführt. Kraftvoll und eindringlich wird dazu aufgefordert, sich sowohl im persönlichen Verhalten als auch in internationalen Beziehungen von erhabenen Grundsätzen leiten zu lassen. Entehrende, dem Glück und Wachstum, der Wohlfahrt und Einheit der Menschheit schädliche Gewohnheiten und Gebräuche sollen aufgegeben werden. Könige werden getadelt, kirchliche Würdenträger angeklagt, Minister und Gesandte verdammt. Wiederholt verkündet Er, daß sich das ›Kommen des Vaters‹ mit Seinem Kommen erfüllte. Der gewaltsame Sturz einiger Könige und Kaiser wird geweissagt, zwei von ihnen stehen besonders in der Kritik, die meisten werden gewarnt, alle angerufen und ermahnt.«

Schon früher hatte Bahá’u’lláh die Politik des osmanischen Sultans ‘Abdu’l-‘Azíz verurteilt. Das Original dieses Schreibens ist leider verloren. Der vorliegende Band enthält jedoch drei Sendschreiben, die an zwei Beamte des Sultans gerichtet waren, Menschen voll Selbstsucht und Charakterschwäche. Ihr Einfluß spielte eine wichtige Rolle im Hinblick auf die nachfolgende Verbannung Bahá’u’lláhs. Die an ‘Álí Páshá, den Premierminister des Osmanischen Reichs, gerichtete Súriy-i-Ra’ís wurde im August 1868 offenbart, als die Verbannten von Edirne nach Gallipoli verbracht wurden. Schonungslos legt sie den Machtmißbrauch des Ministers bloß. Der Lawḥ-i-Ra’ís, der ebenfalls Passagen enthält, die an ‘Álí Páshá gerichtet sind, wurde kurz nach der Einkerkerung Bahá’u’lláhs in der Zitadelle von ‘Akká offenbart. In ihm wird der Charakter des Ministers scharf getadelt. Das dritte Sendschreiben, der Lawḥ-i-Fu’ád, wurde 1869 offenbart, kurz nach dem Tode Fu’ád Páshás, eines weiteren osmanischen Ministers. Der Text spielt auf seine Intrigen an, beschreibt die geistigen Folgen des Machtmißbrauchs und sagt den bevorstehenden Sturz ‘Álí Páshás wie auch des Sultans selbst voraus. Diese Prophezeiungen kursierten weithin, und ihre dramatische Erfüllung trug viel zum Ansehen Bahá’u’lláhs bei.

Das Universale Haus der Gerechtigkeit

Inhalt

 Súratu’l-Haykal
  An Pius IX
  An Napoleon III
  An Zar Alexander II
  An Königin Viktoria
  An Násiri’d-Dín Sháh
 Súriy-i-Ra’ís
 Lawh-i-Ra’ís
 Lawh-i-Fu’ád
 Súratu’l-Mulúk
 

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